Sa14.02.2026
bis
So15.02.2026

Das Sein denken: Griechische Ontologie von Parmenides bis Aristoteles

Schwerte. Vom 6. bis zum 4. Jahrhundert v. Chr. entwickelte sich in Griechenland ein sehr tiefes Nachdenken über die Bedeutung und die Prinzipien des Seins und des Denkens, das später unter dem Titel „Metaphysik“ zum Hauptthema der Philosophie wurde. Kann man grundlegender fragen als danach, was es überhaupt bedeutet, „dass etwas ist“? Die Entstehung der »Ontologie«, der Frage nach dem Sein und Nicht-Sein und wie beides zu denken sei, geht Hand in Hand mit der Entwicklung der Logik und zugleich mit deren Ausreizung in extremen, paradoxen Argumenten. Diese Entwicklung des Seinsdenkens von Parmenides bis Aristoteles wird in drei Wochenendseminaren vorgestellt (jeweils Samstag, 09:30 Uhr, bis Sonntag, 13:00 Uhr): I.) Parmenides und Zenon. Die eleatische Grundlegung der Ontologie (14.-15.02.2026), II.) Platons Dialoge »Parmenides« und »Sophistes« (18.-19.04.2026) und III.) Aristoteles‘ »Metaphysik« (20.-21.06.2026). Die Reihe fügt sich ein in ein größeres Projekt über die Ontologie, die Martin Heidegger Anfang des 20. Jahrhunderts in radikaler Weise erneuert hat. 2026 wird seines 50. Todestages gedacht, und 2027 jährt sich das Erscheinen seines Hauptwerkes „Sein und Zeit“ zum 100. Mal. Beides Anlass genug, sich 2027 in mehreren Seminaren mit Heideggers Ontologie zu befassen. Die Veranstaltungen in 2026 sollen dies vorbereiten: zunächst mit den drei Veranstaltungen über die griechische Ontologie. In der zweiten Jahreshälfte werden dann neuere Voraussetzungen der Philosophie Heideggers Thema sein: die lebensphilosophische Hermeneutik Wilhelm Diltheys und die Phänomenologie Edmund Husserls. Referent der Reihe ist der Philosoph Prof. Dr. Michael Bösch, Paderborn. Ergänzt wird die Reihe durch ein Seminar am 14.-15.03.2026 mit dem Titel „»Das Sichtbare ist nur ein Gleichnis« – Platons »Politeia« und die Frage nach der Idee des Gerechten“. Es führt ein in die Grundgedanken dieser wirkungsgeschichtlich bedeutsamen Schrift, erschließt zentrale Passagen zur Ideenlehre und fragt nach ihrer Bedeutung für politische Praxis und persönliche Lebensführung heute. Anhand ausgewählter Textpassagen wird diskutiert, wie Platons gedanklicher Aufstieg vom Sichtbaren zum Wesenhaften die eigene Wahrnehmung von Wirklichkeit, Freiheit und Verantwortung herausfordert. Referent dieses Wochenendes ist Dr. Raimund Litz, Lehrbeauftragter für Philosophie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster. www.akademie-schwerte.de/programm

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