Zeit der Selbstvergewisserung

Schwestern berieten in Bestwig über Gegenwart und Zukunft ihrer Gemeinschaft

Die neue Provinzleitung: Sr. Manuela Gockel (v.l.), Sr. Hannah Merget, Sr. Johanna Guthoff, Sr. Aloisia Höing, Sr. Laetitia Müller, Sr. Anna M. Hovest und Sr. Lucia M. Schiefner. (Foto: Müller/SMMP)
Die neue Provinzleitung: Sr. Manuela Gockel (v.l.), Sr. Hannah Merget, Sr. Johanna Guthoff, Sr. Aloisia Höing, Sr. Laetitia Müller, Sr. Anna M. Hovest und Sr. Lucia M. Schiefner. (Foto: Müller/SMMP)
veröffentlicht am 26.07.2021
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Mit einem Dankgottesdienst ist im Bergkloster Bestwig das alle sechs Jahre stattfindende Kapitel der Europäischen Provinz der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel zu Ende gegangen. Eine Woche lang hatten die 32 Schwestern des Provinzkapitels über Gegenwart und Zukunft der Ordensgemeinschaft in Europa und die aktuelle Situation der Kirche beraten. Auch eine neue Provinzleitung wurde gewählt.

“Ein Provinzkapitel ist eine Zeit der kritischen Selbstvergewisserung. Es hebt Themen hervor, die in Kirche und Gesellschaft aktuell sind”, erklärt Schwester Johanna Guthoff, die neue und alte Provinzoberin. Eine drängende Frage ist für die Schwestern, wo ihr Platz als Frauen und Ordensfrauen in der Kirche in der augenblicklich schwierigen Situation ist.

Das Evangelium ist für alle da

“Die Frage, wo wir gerade in der Kirche stehen, wird sicher eine ganz zentrale sein”, sagt Schwester Johanna. Denn natürlich verfolgt ihre Gemeinschaft die aktuellen Diskussionen um die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs, die Segnung homosexueller Paare oder die Partizipation von Frauen im Machtapparat der katholischen Kirche mit Sorge. “Sie zeigen leider, wie weit die Kirche mittlerweile von den Menschen entfernt ist”, sagt Schwester Johanna. “Wir aber wollen ihnen möglichst persönlich begegnen. Wir wollen für alle da sein. Denn das Evangelium ist für alle da“, macht sie deutlich.

Die Gemeinschaft möchte deshalb auch unter anderem den internationalen Austausch mit anderen Ländern und Ordensprovinzen stärken. Dazu soll ein Konzept erarbeitet werden, wie Schwestern aus der Europäischen Provinz eine Zeit lang das Leben und die Aufgaben der Schwestern im Ausland (z.B. in Rumänien) und in den anderen Provinzen der Ordensgemeinschaft in Südamerika und Afrika kennenlernen.

Zeitgemäße Ausbildung

Die Schwestern reflektierten auch, wie ihr Leben und die Ordensausbildung zeitgemäß sein können. Sie gingen der Frage nach, was junge Frauen suchen, die überlegen, in eine Ordensgemeinschaft einzutreten. Schwester Johanna erklärt: “Die Frauen, die heute in unsere Gemeinschaft eintreten, kommen oft schon mit einer abgeschlossenen Ausbildung. Und sie sind eher Sozialarbeiterinnen oder haben einen seelsorglichen Beruf. Für alle gilt es, einen passenden Einsatzort und eine passende Aufgabe zu suchen. Manchmal finden wir die in unseren Einrichtungen, oft aber auch in Pfarreien und bei anderen kirchlichen Trägern.”

Ein erster Schritt für eine Neuausrichtung des bestehenden Angebotes könnte sein, sich dem Programm “Freiwilliges Ordensjahr” der Deutschen Ordensobernkonferenz anzuschließen und das bestehende Angebot “Mitleben auf Zeit” zu beenden. Mit den aufgeworfenen Fragen und Aufgaben werden sich die Schwestern in kleineren Gruppen nach dem Kapitel weiter beschäftigen.

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