Ein einzigartiges Klangerlebnis

Vor 40 Jahren wurde die Orgel im Dom geweiht / Orgelvesper mit Tobias Aehlig am 19. Juli

Optisch und klanglich beeindruckend: Die Turmorgel im Dom bildet mit Chor- und Kryptaorgel ein herausragendes Instrument. Vor 40 Jahren wurde sie geweiht.Foto: Erzbistum Paderborn
veröffentlicht am 02.07.2021
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Paderborn (-haus). Orgeln gelten als die „Königinnen der Instrumente“. Aus diesem musikalischen Hochadel ragt die Orgelanlage im Paderborner Dom noch einmal heraus: Mit 151 Registern ist sie eine der größten Kirchenorgeln in Deutschland. Erbaut wurde das Instrument 1981 von der Firma Siegfried Sauer in Höxter-Ottbergen, 2004 bis 2005 wurde es noch einmal erweitert. Anlässlich des 40. Weihetages findet am 19. Juli um 19.30 Uhr eine Orgelvesper im Dom statt. Domorganist Tobias Aehlig spielt Werke von Widor, Bruckner, Bach und Karg-Elert. 

Eigentlich sind es drei Instrumente, die eindrucksvoll im Raum der Kathedrale zu einem einzigen Klangkörper verschmelzen: Die Anlage besteht aus der imposanten Turmorgel im Westchor, der unscheinbaren Chororgel im östlichen Hochchor und der unsichtbaren Kryptaorgel. Die Turmorgel mit mechanischer Schleiflade und eigenem Spieltisch bildet mit ihren 83 Registern das größte Werk im Ensemble. Gut die Hälfte des Pfeifenmaterials stammt aus dem Vorgängerinstrument von 1958/59.

Die Chororgel hat 53 Register und geht weitgehend auf die Feith-Orgel von 1948/1952 zurück. Die elektropneumatische Kegellade der Nachkriegszeit wurde beibehalten. Im Jahr 2004 wurde sie unter anderem um ein Hochdruckwerk erweitert. Das Pfeifenwerk ist in zwei Kammern oberhalb und neben der alten Sängerempore untergebracht, mit Schallöffnungen zum Chor und zum nördlichen Seitenschiff.

Die Kryptaorgel schließlich ist mit 15 Registern das kleinste Werk. Anton Feith jr. hat sie 1971 errichtet. Das Instrument ist unsichtbar in zwei Kammern links und rechts des südlichen Treppenaufganges untergebracht.

Im Zusammenwirken ermöglichen die Instrumente ein einzigartiges Klangerlebnis: Umfang und Anordnung der einzelnen Werke berücksichtigen nach Einschätzung von Experten optimal die spezifische Akustik des großen Kirchenraumes, in dem einzelne Schallquellen nur schwer ortbar sind – so ist der Zuhörer vollständig vom Orgelklang umgeben.

Domorganist Tobias Aehlig kennt das Instrument in allen seinen Facetten, ist aber trotzdem nach seinen eigenen Worten immer wieder fasziniert: „Die Klangmacht dieser Orgel ist beeindruckend, gleichzeitig bietet sie so viele Möglichkeiten und Kombinationen im Klang, dass das Spiel nie langweilig wird.“ Gleichzeitig sei ein solches Instrument für jeden Organisten eine Herausforderung, weil er die Fülle der Möglichkeiten in die „richtigen Bahnen lenken“ müsse.

Die aktuelle Domorgel steht in einer Reihe von Instrumenten: 1348 wird erstmals eine Orgel für den Dom urkundlich erwähnt. Dieses Instrument wurde im 17. Jahrhundert zweimal durch den Orgelbauer Hans Heinrich Bader versetzt und erweitert. In diesem Zusammenhang entstanden auch die vier steinernen Prunksäulen des Bildhauers Heinrich Gröninger (1578–1631), die heute die Turmorgel im Westen „tragen“. 1661 verfügte der Dom schließlich über ein stattliches 16-Fuß-Werk mit 39 Registern verteilt auf drei Manualen. Fünf Jahre später wurde der Bau einer zusätzlichen Chororgel ebenfalls durch Bader realisiert.

Im 18. Jahrhundert schuf der hoch angesehene Johann Patroclus Möller (1698–1772) zwei neue Instrumente für den Dom: 1746 wurde zunächst die Chororgel und 1754 auch die Hauptorgel erneuert bzw. umgebaut. Aufgrund anhaltender „chronischer“ Mängel beschloss man 1923 den Abbruch der Barockorgel. Um den Erfordernissen der Domliturgie und der beachtlichen Länge des Mittelschiffes von 104 Metern gerecht zu werden, entschied man sich für eine dreiteilige Anlage bestehend aus Turm-, Chor- und Kryptaorgel. Ziel war es, mit mehreren autarken Instrumenten an unterschiedlichen Standorten eine raumfüllende Gesamtanlage zu schaffen. Die neue Feith-Orgel mit 109 Registern wurde 1926 feierlich in Betrieb genommen und bestand bis zur Zerstörung des Domes 1945. Nach Kriegsende begann der schrittweise Neubau der Domorgel, wieder ausgeführt von der Firma Feith: 1948/52 Chororgel, 1958/59 Turmorgel. Die Kryptaorgel – weitgehend original erhalten – blieb bis 1971 unverändert in Betrieb.

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