Begräbnisdienst: Laien helfen

Ulrike Traut als erste Hemeranerin vom Erzbischof beauftragt

Pastor Dietmar Schulte freut sich über die Beauftragung von Ulrike Traut. Foto: Annabell Jatzke
veröffentlicht am 02.07.2021
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Hemer. In St. Peter und Paul in Hemer versieht die hauptamtliche Küsterin Ulrike Traut seit Jahren schon pflichtbewusst ihren Dienst. Jetzt kommt für die 53-Jährige in der katholischen Kirchengemeinde St. Vitus Hemer eine weitere Aufgabe hinzu: Von Erzbischof Hans-Josef Becker wurde Ulrike Traut zum Begräbnisdienst beauftragt.

von Annabell Jatzke

In seinem Brief an die Christen von St. Vitus schreibt Erzbischof Hans-Josef Becker: „… zu den wichtigsten Aufgaben einer christlichen Gemeinde gehört es, den Sterbenden beizustehen, die Toten zu bestatten und für sie zu beten und die Angehörigen der Verstorbenen tröstend zu begleiten. Einen besonderen Dienst üben dabei diejenigen aus, die der Feier des Begräbnisses vorstehen. Diese Aufgabe ist zunächst einmal dem Pfarrer als dem ‚Pastor‘ (dem ‚Hirten‘) der ihm anvertrauten Gemeinde sowie den anderen Priestern und den Diakonen aufgetragen. Wenn die seelsorgliche Situation es verlangt, kann der Bischof jedoch auch Laien mit dem Begräbnisdienst beauftragen.“

Pastor Dietmar Schulte hatte nach Beratung mit dem Pfarrgemeinderat den Erzbischof darum gebeten, von dieser kirchenrechtlich gegebenen Vollmacht Gebrauch zu machen und Ulrike Traut zum Begräbnisdienst zu beauftragen. Nach solch einem Antrag wird dann jeweils abgewägt, ob es nötig ist oder nicht. Im Blick auf die pastorale Situation in der Gemeinde– schließlich wechselt Vikar Zaldy Antonio-Abong in naher Zukunft die Stelle und auch Pastor Dietmar Schulte verlässt Ende September Hemer – wurde in Paderborn der Bitte entsprochen und Ulrike Traut mit Wirkung vom 1.Juni 2021 beauftragt, das Pastoralteam beim Begräbnisdienst zu unterstützen.

Auch wenn dies für manch einen vielleicht noch fremd und ungewohnt erscheint, ist die Beauftragung von Laien zum Begräbnisdienst nichts Ungewöhnliches und alle hoffen, dass Ulrike Traut wohlwollend angenommen wird.

Nachdem bereits der Erzbischof Ulrike Traut für ihre Bereitschaft, diese neue Aufgabe zu übernehmen, im Brief dankte, schloss sich auch Pastor Dietmar Schulte den Dankesworten an. Zudem erbat Pastor Dietmar Schulte im Rahmen des Festhochamtes zum Fronleichnamsfest Gottes Segen für Ulrike Traut.

Im Januar 2020 begann Ulrike Traut im Bildungs- und Exerzitienhaus St. Bonifatius in Elkeringhausen bei Winterberg mit der Ausbildung. Eigentlich sollte diese lediglich bis September vergangenen Jahres gehen. Dann machte jedoch die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung. Es musste auf Online-Unterricht umgestellt werden. Einige Ausbildungsinhalte lassen sich jedoch nur in Präsenz vermitteln, sodass anschließend die Ausbildungsgruppe geteilt und so lange gewartet wurde, bis wieder Unterricht vor Ort möglich war. Jeder Teilnehmer des Seminars hatte beispielsweise zum Abschluss eine Beerdigungsfeier zu planen und diese dann den anderen Teilnehmern und den Ausbildern zu präsentieren. Am Ende erfolgte dann mit der Übergabe der Urkunde Ende Mai die Beauftragung für drei Jahre.

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