Wolle spenden – Wärme schenken

Ehrenamtliche stricken während der Corona-Pandemie über 150 Decken für Bedürftige

Martina Werdehausen und Pastor Tobias Spittmann organisierten die Wolle-Spendenaktion im Pastoralverbund Corvey. Dabei kamen erstaunliche Mengen an Wolle zusammen.Foto: cpd
veröffentlicht am 02.06.2021
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Minden/Herford (cpd). Mehr als 150 handgestrickte Decken und rund 800 Kilo gespendete Wolle, das ist die stolze Bilanz der Caritas-Aktion „Wolle spenden– Wärme schenken“ im Erzbistum Paderborn. Die Decken gingen im vergangenen kalten Winter an Obdachlose in Dortmund sowie an Bedürftige in Paderborn und Siegen. Gesammelt und gestrickt wurde an vielen Orten, auch in Minden und Herford.

von Jürgen Sauer

Im vergangenen Winter hatten das Referat Altenhilfe und die Initiative youngcaritas im Diözesan-Caritasverband zum Spenden von Wollresten aufgerufen. Ursprünglicher Hintergrund: Eine Strickgruppe im sauerländischen Brilon-Madfeld brauchte dringend Nachschub an Wolle, um mit ihren gestrickten Decken die Arbeit der Salzkottener Franziskanerinnen in Rumänien und Malawi unterstützen zu können. „Wir wollten mit unserem Aufruf das Engagement der vorwiegend älteren Frauen weiterhin möglich machen, gleichzeitig aber auch dazu beitragen, der Isolation und Vereinsamung in der kontaktarmen Corona-Zeit zu begegnen“, erklärt Altenhilfe-Referentin Ulrike Hackenholt. „Gemeinsam zu stricken, wenn auch jede für sich zu Hause, hat sich dabei hervorragend bewährt.“

Was niemand ahnen konnte: Der Caritas-Aufruf verbreitete sich bistumsweit über das Sauerland hinaus. Gesammelt wurde außer in Minden und Herford auch in Arnsberg, Hagen, Büren, Paderborn, Altenbeken und in Höxter. „Mehr als 800 Kilogramm Wolle wurden gespendet, von hoher Qualität, teilweise sogar neuwertig“, freut sich youngcaritas-Referentin Linda Heinemann. Diese Mengen konnten selbst die fleißigen Strickdamen aus Madfeld allein nicht bewältigen. Bereits bestehende Strickrunden, insbesondere aus den Reihen der Caritas-Konferenzen sprangen ein, aber auch neue Initiativen von strickbegeisterten Personen entstanden, sodass zusätzlich auch in Salzkotten, Hagen und Siegen gestrickt wurde

Entstanden sind so über 150 Decken, überwiegend Patchwork. „Alles wunderschöne und wirklich dicke, warm haltende Decken“, betont Ulrike Hackenholt. Ursprünglich sollten die Decken wieder an Hilfsprojekte der Salzkottener Franziskanerinnen in Rumänien und Malawi gehen, doch die Corona-Pandemie vereitelte den Transport. Über das youngcaritas-Projekt „Warm durch die Nacht“ wurden die Decken schließlich an bedürftige und obdachlose Menschen in Dortmund verteilt. Auch die Bahnhofsmission in Paderborn sowie der Mittagstisch „Guten Appetit“ in Siegen versorgen mit den handgestrickten Textilien gezielt bedürftige Menschen. „Besonders in den kalten Februar-Wochen und im frostreichen Frühjahr waren die Decken eine willkommene Hilfe für die Menschen“, so Linda Heinemann.

Weitere Wolle-Spenden werden nicht benötigt, denn eine größere Menge an Wolle steht noch bereit und kann im Herbst wieder von Engagierten verstrickt werden. Ulrike Hackenholt: „Wir hoffen, dass sich die Aktionen langfristig regional verstetigen und junge Menschen, die Lust haben, stricken zu lernen, gezielt eingebunden werden.“ So könne die Aktion gleich mehrere Ziele verwirklichen: Begegnungen zwischen Jung und Alt fördern, Einsamkeit im Alter vorbeugen und Nothilfe für Menschen bieten, die im Winter der Kälte ausgesetzt sind. Zusätzlich sei auch der Aspekt der Ressourcenschonung und Bewahrung der Schöpfung integriert, da ungenutzte oder bereits verstrickte Altwolle verwendet werde.

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