Bunt wie das Leben

Der Pastorale Raum „An Egge und Lippe“ schließt nach fünf Jahren die Entwicklungsphase ab

So wie der Apfelbaum braucht der Pastorale Raum fortwährende Pflege. Vertreter aus den neun Gemeinden versorgten den jungen Baum mit Erde und Wasser. Nicht nur Gemeindereferent Andre Hüsken und Pfarrer Georg Kersting schauten zu, sondern auch eine Vertreterin der Zukunft beobachtete die Aktion aufmerksam. Foto: Flüter
veröffentlicht am 02.06.2021
Lesezeit: ungefähr 4 Minuten

Bad Lippspringe. Nach einem fünfjährigen Entwicklungsprozess hat der Pastorale Raum „An Egge und Lippe“ die von Erzbischof Hans-Josef Becker unterzeichnete Pastoralvereinbarung erhalten. Während eines Gottesdienstes am vergangenen Samstag übergab Prälat Thomas Dornseifer das Dokument an Pfarrer Georg Kersting. Der Pastorale Raum „An Egge und Lippe“ umfasst neun Kirchengemeinden mit mehr als 19500 katholischen Christen.

von Karl-Martin Flüter

„Es ist Ihre Pastoralvereinbarung, die ich zu Ihnen zurückbringe“, sagte Thomas Dornseifer zu den Teilnehmern des Gottesdienstes. Der Erzbischof habe die Urkunde geprüft und reiche sie nun unterschrieben zurück, verbunden mit einem „herzlichen Dankeschön“ für alle, die sich an der Entwicklung der Vereinbarung beteiligt hätten. Als Gastgeschenk übergab Dornseifer ein Kreuz aus Stahl aus der Werkstatt von Pater Abraham in der Abtei Königsmünster.

Der Ort für die Übergabe der Pastoralvereinbarung war mit Bedacht gewählt. Etwa 70 geladene Teilnehmerinnen und Teilnehmer feierten den Gottesdienst auf dem Rasen im Arminiuspark. Der Park in Bad Lippspringe liegt neben dem Quellteich der Lippequellen. Die Niederschläge, die in den Höhenlagen der Egge fallen, treten hier zutage. Alle Gemeinden des Pastoralen Raumes sind in diesen natürlichen Prozess eingebunden. So sei der Fluss des Wassers ein Zeichen für die Verbundenheit der Menschen im Pastoralen Raum, sagte Pfarrer Georg Kersting, Leiter des Pastoralen Raumes.

Der Pastorale Raum „An Egge und Lippe“ besteht seit 2016. Die Übergabe des Pastoralvereinbarung bildete den Schlusspunkt des Pastoralen Prozesses, der vor fünf Jahren mit der Errichtung des Pastoralen Raumes durch den Erzbischof und einem großen Starterfest in Neuenbeken begann. In den Jahren danach folgten verschiedene Entwicklungsstufen.

Eine grundlegende Analyse der Situation machte den Anfang. Darauf aufbauend, wurden die Herausforderungen für die katholische Kirche in der Region definiert und eine Vision für die Zukunft formuliert. Deren Kern spiegelt sich in dem Motto wider, das sich der Pastorale Raum gegeben hat: „Pastoraler Raum An Egge und Lippe, bunt wie das Leben, gemeinsam unterwegs, gestärkt und behütet durch Gott“.

Tragende Akteure des Pastoralen Prozesses waren die sechs Frauen und Männer in der Steuerungsgruppe. Sie erarbeiteten die Bestandsaufnahme des Raumes und beschrieben die Herausforderungen, die sich daraus ableiteten. Eingebunden in den Pastoralen Prozess war der Rat des Pastoralen Raumes, aber auch die Basis. Unterstützung kam vom Generalvikariat. Geschäftsführer der fünfjährigen Pastoralen Prozesses war Gemeindereferent Andre Hüsken.

Der Pastorale Raum beendete den Pastoralen Prozess mit einem symbolstarken Gottesdienst. Die Messe fand inmitten des belebten Kurgebiets statt, umsäumt von Spaziergängern, Kurgästen, Familien und spielenden Kindern: ein Bild dafür, dass der Pastorale Raum seine Verankerung mitten im Leben und in der kulturellen Vielfalt sieht. Man wolle mit der Kirche „an die Ränder gehen“, wie Papst Franziskus das gefordert habe, schreibt Pfarrer Georg Kersting in der Pastoralvereinbarung.

Auf der Bühne im Arminiuspark stand neben dem Altar ein junger Apfelbaum. Während der Messe bedeckten Vertreterinnen und Vertreter aus den neun Pfarrgemeinden die Wurzeln mit Erde aus ihren Heimatorten und gossen den Baum mit Wasser aus heimischen Quellen oder Bachläufen. Als Gegengabe erhielten sie eine Tasche voller Geschenke mit geistiger und körperlicher Wegzehrung, unter anderem die Pastoralvereinbarung, aber auch Süßigkeiten und eine Flasche mit Apfelsaft.

Mit den lebenswichtigen Nährstoffen Erde und Wasser versorgt, soll der Apfelbaum im Garten des neu entstehenden Zentralbüros in Bad Lippspringe einen Platz finden und dort an die Gemeinschaft im Pastoralen Raum erinnern – und daran, dass diese Gemeinschaft fortwährende Pflege braucht. „Ein guter Start ist gemacht“, sagte Georg Kersting am vergangenen Samstag, „aber wir müssen die Dinge auch weiterentwickeln.“

Info

Der Pastorale Raum „An Egge und Lippe“ erstreckt sich nordöstlich von Paderborn. Er umfasst die Stadt Bad Lippspringe, die Gemeinden Altenbeken mit den Ortsteilen Schwaney und Buke, die Gemeinde Schlangen sowie die Paderborner Ortsteile Neuenbeken, Benhausen und Marienloh. In dem Pastoralen Raum gingen 2016 die drei Pastoralverbünde „Bad Lippspringe-Schlangen“, „Eggevorland“ und „Egge“ auf. Das Logo des neuen Pastoralen Raumes hat die Vincentinerin Schwester M. Matthäa Massolle entworfen. Es zeigt ein Kreuz, das von farbigen Kreisen und in sich verschobenen Ellipsen umschlossen wird – Sinnbild für die Vielfalt des Lebens im Pastoralen Raum und die Vielzahl der Orte und Gelegenheiten, an denen sich Leben und Glauben begegnen.

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