Mit Leidenschaft für die Kirchenmusik

Familie Rose verleiht der Kirchenmusik in Menden seit Jahren großen Aufschwung

Bei Familie Rose ist die Kirchenmusik eine Herzensangelegenheit. Foto: privat
veröffentlicht am 26.05.2021
Lesezeit: ungefähr 6 Minuten

Menden. Kleine Überraschung beim Schlusssegen in der St.-Vincenz-Kirche Menden: Der Priester am Altar dreht sich plötzlich nach hinten um. Seine und aller Augen richten sich auf die kleine Gesangsformation in der Apsis, die den Gottesdienst mehrstimmig wunderbar mitgestaltet hat. „Wir alle sind durch Corona und das Nichtsingen in der Kirche verwundet“, sagt Pfarrer i.R. Alwin Linnenbrink und lobt die Mitwirkenden der Familie Rose: „Ihr Gesang und Ihre Musik ist mehr als ein Trostpflaster auf diesen Wunden.“ Beifall brandet auf.

von Helmut Rauer

Linnenbrink hat der Gemeinde, die es seit Monaten schmerzlich vermisst, mitsingen zu dürfen, aus den Herzen gesprochen. Der Dank des Pfarrers gilt allen, die in der Krisenzeit in der Kirche solo oder in Kleingruppen dem Lob Gottes den erhabenen, fröhlichen Klang verleihen, in diesem Fall aber ganz besonders der Familie Rose. Die setzt sich nicht erst seit Corona für die Kirchenmusik ein, sie tut es schon seit Langem mit Leidenschaft. Vater Christian Rose(54) übt seinen Beruf als Kantor und Organist an St.Vincenz seit 26Jahren mit großer Tatkraft und Ideenreichtum aus. Und seine Familie unterstützt ihn, wo sie nur kann. Ein doppelter Glücksfall für Menden. Der gebürtige Letmather studierte am Konservatorium „St.Gregorianus“ in Aachen und ist in Menden als „Leuchtturm-Musiker“ mittlerweile auch zuständig für die Gemeinden ringsum. Seine Frau Stefanie(52) hat sich ein hohes Niveau als Chor- und Solosängerin erarbeitet.

Musikalisch über Generationen

Und so wie die Eltern sind auch die Kinder sehr musikbegabt. „Unsere Theresa hatte schon mit sechs Jahren den Wunsch, Geige zu lernen“, erzählt Mutter Rose, „sie legte ihr erstes Instrument so liebevoll in den Geigenkasten wie andere Mädchen ihre Puppe ins Bettchen.“ Heute ist Theresa– sie singt Sopran– mit 24Jahren auf gutem Weg, ihr Studium der Musikwissenschaft in Berlin mit einem Master-Abschluss zu vollenden, während ihr Bruder Johannes(26)– Architekt in Köln– mehrere Chöre mit seiner Tenorstimme bereichert. Trotz der Entfernungen kommen beide immer wieder gerne an Wochenenden und bei besonderen Anlässen nach Menden.

Vielseitig musikalisch unterwegs

So bereichert Familie Rose– mal mit Solostimmen, mal als Duo, Trio oder Quartett– gesanglich die Gottesdienste, kirchlichen Feiern und Konzerte. Und wenn für ein Konzert Plakate gedruckt werden müssen oder etwas in der Kirche aufzubauen ist– die ganze Familie packt mit an. Familie Rose lebt für die Kirchenmusik und vermisst dabei nichts. „Die Kirchenmusik hat eine unglaubliche Bandbreite“, schwärmt Vater Rose, „vom gregorianischen Choral bis zu Gospels, modernen religiösen Songs, Messen und Orchesterwerken. Und man kann den Gesang prima mit der Orgel und anderen Instrumenten verbinden.“ Der Kirchenmusiker nutzt das breite Spektrum äußerst kreativ für Veranstaltungen und Projekte. Kaum ein Monat vergeht ohne ein besonderes Angebot in der Kirche. Konzerte mit namhaften Künstlern sind keine Seltenheit, selbst der große Pariser Organist Olivier Latry war schon in Menden zu Gast.

Experimentierfreude beim Musizieren

Experimentierfreudig lädt Rose Künstler ein, die in der Kirche Musik mit Tanz oder dem Malen von Bildern verbinden. Nach dem Motto „Musik macht Freude– und wer singt, betet doppelt“, hat er in seiner Amtszeit schon etwa sieben Chöre gegründet– darunter Kinder-, Jugend- und Familienchöre sowie Gospelchöre und den Projektchor „ars musica“, die alle unter der Pandemie-Zwangspause leiden. Während sich viele traditionelle Kirchenchöre wegen Überalterung auflösen, baut Rose geschickt Neues auf– möglichst unkompliziert und ohne allzu starre Strukturen. „Denn das Vereinswesen spricht viele Menschen nicht mehr an. Sein Tipp: „Es ist leichter, einen neuen Chor zu gründen, wenn man damit ein attraktives Projekt verbindet.“ Und wie sieht der Blick in die Zukunft aus? Stefanie Rose gibt eine leider sehr naheliegende Antwort, indem sie auf Linnenbrinks erwähnte „Wunden“ verweist: „Nach Corona kommt erst mal der Wiederaufbau.“

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