Sonntags einfach mal ohne Handy

Denkanstoß von Dom-Leser Dr. Martin Walter zum Klima- und Gesundheitsschutz

Ganz nebenbei per Smartphone E-Mails und Nachrichten lesen ist bequem, kostet aber auch viel Strom. Wie wäre es, wenn man an jedem Sonntag ganz bewusst und freiwillig auf das Gerät verzichtet?Symbolbild: niekverlaan/Pixabay
veröffentlicht am 04.12.2020
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Dortmund. Piep, piep – schon wieder meldet sich das Smart phone. Gefühlt im Minutentakt fordert Whats App die Aufmerksamkeit der Nutzer. Und die E-Mails habe ich auch noch nicht gecheckt. Was ist eigentlich bei Face book so passiert? Das Handy und somit auch die sozialen Medien gehören fest zum Alltag. Dem setzt Dr. Martin Walter ein „SOS“ entgegen. Die Abkürzung steht für „Sonntags ohne Smart phone“ und soll „ein Denkanstoß sein“, so der Arzt im Ruhestand.

Etwas gegen Klimawandel tun

Die Idee klingt nach Verzichten und somit nach Fastenzeit. So ist sie auch tatsächlich entstanden. „Ich war Gasthörer im Rahmen des Projektes ‚Friday for Future‘ im Seminar der Katholischen Theologie der TU Dortmund“, erklärt Dr. Walter. Die Leitung hatte die Professorin Dr. Claudia Gärtner. „Sie ist sehr rührig bei der Frage: ‚Was können Christen gegen den Klimawandel tun?‘.“

Strom zu sparen ist da eine Antwort und das funktioniert das ganze Jahr über. So kam Martin Walter zum Smart phone. Denn nicht nur das Gerät selbst verbraucht Energie, die im schlechtesten Fall aus nicht umweltfreundlicher Technik entsteht. 

Nicht nur während der Fastenzeit

Auch die großen Server, die die Daten im Hintergrund verarbeiten, brauchen Strom – und das nicht zu knapp. Also kam der Mediziner auf die Idee, den Handyverzicht nicht nur auf die Fastenzeit zu beschränken.

Gerade der Sonntag habe nach wie vor eine hohe theologische Bedeutung. „Rückbesinnung auf den siebten Tag der Woche, den Sonntag, als geistigen und körperlichen Ruhetag gemäß dem Schöpfungsbericht im Buch Genesis“ – das sei das Ziel.

Gegen Handysucht

Auf diese Weise könne man zudem einen persönlichen Beitrag zur Reduzierung des hohen klimaschädlichen CO2- Ausstoßes leisten – und gleichzeitig etwas für die eigene Gesundheit tun. „Manche Menschen sind ja schon so süchtig nach dem Handy, dass sie einer Klinik bedürfen“, gibt Dr. Walter zu bedenken. Und so weit müsse es ja nicht kommen.

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