In 315-jähriger Tradition

Der wegen Corona verschobene Sendschotter Umgang wurde nachgeholt

Das Sendschotter Gnadenbild, eine sehenswerte Muttergottesstatue, ist bereits über 700 Jahre alt. Foto: Lüttecke
veröffentlicht am 25.09.2020
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Drolshagen-Sendschotten. Es ist eine 315-jährige Tradition: der Sendschotter Umgang. Normalerweise findet er an Mariä Heimsuchung statt. Wegen der Corona- Pandemie wurde er in diesem Jahr an Mariä Namen nachgeholt.

Im Mittelpunkt der fast 14  Kilometer langen Prozession steht das Sendschotter  Gnadenbild, eine wertvolle, mehr als 700 Jahre alte Marienstatue. Üblicherweise wird sie unter einem Baldachin von Mädchen getragen, in diesem Jahr wurde sie mit einem Auto zu den  einzelnen Stationen gefahren.

Bitte um Überwindung der Pandemie

„Diese Einschränkungen sind eine einmalige Ausnahme“, betonte Pfarrer Markus Leber in der unter freiem Himmel stattfindenden Abschlussmesse vor der Sendschotter Kapelle – in der Hoffnung, dass im nächsten Jahr wieder alles normal läuft. Das große Anliegen der Prozession dieses Jahres war denn auch die Bitte um baldige Überwindung der Pandemie.

Für Frühaufsteher

Wer den Sendschotter Umgang von „A bis Z“ mitmachen wollte, der musste gut zu Fuß und ein Frühaufsteher sein. Bereits um 5.30 Uhr fand die Eröffnungsmesse vor der Kapelle in Sendschotten statt. Während des 13,8 Kilometer langen Umgangs gab es Stationsfeiern in Hützemert, Wegeringhausen, Scheda, Germinghausen und in Essinghausen. Dabei wurden jeweils Evangelium und Fürbitten vorgetragen sowie Lieder gesungen und der sakramentale Segen erteilt. Die Gläubigen waren eingeladen, entweder privat in kleinen Gruppen zu gehen oder gemeinsam mit den Geistlichen. Diese waren mit Pfarrer Markus Leber, Vikar Jai und Vikar Jobin, der im September im Kirchspiel Drolshagen aushilft, Pfarrer i. R. Norbert Keller, Bruder Martin Lütticke, Pfarrer Thomas Hengstebeck und Pfarrer i. R. Rupert Bechheim zahlreich vertreten.

Gratulation für alle Marias

Da am Prozessionstag das kirchliche Fest Mariä Namen gefeiert wurde, gratulierte in Sendschotten Pfarrer Markus Leber den Frauen mit dem Vornamen Maria recht herzlich zum Namenstag. Pfarrer i. R. Norbert Keller aus Castrop- Rauxel bezeichnete in seiner Festpredigt Maria als „Zeichen der Hoffnung“. Der Glaube habe es in der heutigen Zeit schwer, sagte er. „Die Gläubigen haben auch im Sauerland nicht mehr die Mehrheit.“

Info

Sendschotter Gnadenbild

Das Sendschotter Gnadenbild gelangte nach der Überlieferung zunächst auf geheimnisvollen Wegen von Köln an den Wallfahrtsort Wiedenest. Im Laufe der Religionswirren wurde Sendschotten, das heute knapp 100 Einwohner zählt, die neue Heimat. Das wertvolle Marienbildnis ist bereits über 700 Jahre alt. Seit der aufwendigen Res taurierung vor zehn Jahren zeigt sich die Statue in neuer Schönheit. Aus einer Notiz des Jahres 1705 geht hervor, dass die Prozession in dem Jahr zum ersten Mal stattfand.

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