„Ein Park ist toter als ein Friedhof“

UNESCO würdigt deutsche Friedhofskultur / Schild erinnert in Huckarde an Auszeichnung

Der QR-Code leitet Interessierte zur Internetseite: www.kulturerbe-friedhof.de Foto: Maas
veröffentlicht am 25.09.2020
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Dortmund-Huckarde. Die Friedhofskultur in Deutschland gehört seit dem Frühjahr zum Immateriellen Kulturerbe der  UNESCO. Doch durch die Corona- Pandemie ging diese Würdigung ziemlich unter. Deshalb stand der 20. September im Zeichen der Friedhofskultur. Und am Eingang zum Katholischen Friedhof in Huckarde erinnert nun ein Schild an die Auszeichnung. „Wir sind damit Leuchtturm- Partner einer bundesweiten Aktion, in der 300 Friedhöfe in 125 Städten als Kulturräume ausgewiesen werden“, betont Pfarrer Michael Ortwald vom Pastoralverbund am Revierpark.

Mit dem Schild möchten Pfarrer Michael Ortwald vom Pastoralverbund am Revierpark und der Kirchenvorstand den Gedanken „in die Öffentlichkeit bringen, dass ein Friedhof mehr ist als ein Raum für die Totenruhe“. Vielmehr sei dies ein Begegnungsort, ein Ort der Vernetzung. „‚Unsere kleinen Gärten der Erinnerung‘ – diese Formulierung finde ich sehr gut“, betont Pfarrer Ortwald.

Bank-Gespräche

Der Friedhof an der Altfriedstraße soll zudem ein „neuer pastoraler Ort“ werden. „Es wird zum Beispiel Bank- Gespräche geben. Dazu werden wir neue Bänke kaufen und für Begegnungen sorgen“, beschreibt Ortwald das seelsorgerische Angebot. Auch Gottesdienste und Andachten werden hier stattfinden. 

Bereits seit 2016 gab es bauliche Veränderungen wie „die Errichtung einer neuen Sandsteinmauer für rund 40 000 Euro. Die Maßnahme wurde mit einem Zuschuss der Bezirksvertretung Huckarde in Höhe von 6 800 Euro unterstützt.

All das zeigt: Der Friedhof gehört fest zum Stadtteil, auch wenn er anfangs etwas außerhalb lag. „Das lag am Kulturkampf. Um die Kirchen durfte nicht mehr beerdigt werden“, erklärt Pfarrer Ortwald. Deshalb kaufte die Urbanus- Gemeinde im Jahr 1868 vom Bauer Schilling über zwei Morgen Land an der heutigen Altfriedstraße.

Mitten im Ort

Doch die benachbarte Zeche und Kokerei Hansa sorgten dafür, dass bereits 1898 das Gelände erweitert werden musste. Viele katholische Arbeiter fanden in Huckarde eine neue Heimat – mit der Folge, dass der Friedhof schon längst mitten im Ort ist. Die neu entstandenen Siedlungen machten es möglich.

Dass Friedhöfe ein Imageproblem haben, sieht Michael Ortwald nicht. „Ein öffentlicher Park ist toter als ein Friedhof. Es sind immer Leute auf dem Friedhof“, findet der Geistliche. Und wie zum Beweis betrat während des Pressegespräches eine ältere Frau mit ihrem Enkelkind im Buggy den Friedhof – ein Treffpunkt für alle Generationen.

Der QR-Code leitet Interessierte zur Internetseite: www.kulturerbe-friedhof.de

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