Bewährung in der Krise

Martina Böger übernahm kurz vor der Corona-Pandemie den Staffelstab im Wiedenbrücker Burgkindergarten

Bei der Staffelübergabe Ende Januar, kurz bevor die Corona-Krise losbrach (v.l.): Beate Külker (stellvertretende Fachbereichsleitung Pädagogik), die alte und die neue Leiterin, Schwester Angelika und Martina Böger, Geschäftsführer Detlef Müller und Pfarrdechant Reinhard Edeler. Foto: Kita gGmbH
veröffentlicht am 25.09.2020
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Rheda-Wiedenbrück. „Es war eine schwierige Situation, aber auch eine gute Erfahrung“, sagt Martina Böger. Anfang des Jahres hatte sie den Staffelstab als Zeichen dafür erhalten, dass sie nun offiziell die Leitung des ungewöhnlich großen Burgkindergartens in Rheda- Wiedenbrück übernommen hat. Dass sie innerhalb kürzester Zeit durch ein neues, sich weltweit verbreitendes Virus herausgefordert werden würde, konnte sie nicht ahnen.

„Wir mussten schnell und flexibel agieren und haben versucht, weder die Eltern noch die Kinder aus dem Blick zu verlieren.“ Gerade in der Zeit des Lockdowns sei das die größte Aufgabe gewesen. 

Für 107 Kinder verantwortlich

Den Staffelstab hatte Martina Böger Ende Januar vom Geschäftsführer der gemeinnützigen Trägergesellschaft der Katholischen Kindertageseinrichtungen Minden-Ravensberg- Lippe, Detlef Müller, übernommen. Die 49-Jährige, selbst zweifache Mutter, hatte zuvor noch nebenberuflich ein Studium im Bereich Sozialpädagogik und Management erfolgreich mit dem Bachelor beendet. 

Als Leiterin der großen Traditionseinrichtung am Burgweg mit insgesamt 107 Kindern und fünf einhalb Gruppen trat sie in die Fußstapfen der langjährigen Leiterin, Schwester Clara vom Orden der Schwestern der Christlichen Liebe. Martina Böger ist es wichtig, den Grundgedanken des Ordens im Sinne der Kinder mit einer religiösen Erziehung weiterzuleben. 

Kontakt per Brief und E-Mail 

Während des Corona- Lockdowns versuchten die 23 Erzieherinnen, zunächst per Brief und E-Mail den Kontakt zu den Eltern zu halten und Spielideen, Basteltipps oder Rezepte weiterzugeben. Weil aber rund ein Drittel der Eltern aufgrund ihres Migrationshintergrundes Schwierigkeiten beim Verständnis hatte, änderte Monika Böger ihre Strategie. „Viele Eltern nahmen unsere Vorschläge sehr ernst und fühlten sich deshalb zu sehr unter Druck gesetzt“, erklärt sie. „Wir haben dann später Tüten mit Vorschlägen vor die Tür des Kindergartens gestellt und die Familien konnten sie bei Interesse abholen.“ Bei Anrufen in den Familien erfuhren die Erzieherinnen von teilweise schwierigen Situationen. 

Inzwischen ist der Kindergarten wieder für alle Kinder geöffnet. Doch die Gruppen bleiben unter sich. Die Räume und auch das Außengelände wurden jeweils für die Gruppen aufgeteilt, damit nicht alle Kinder durcheinander laufen. „Damit wollen wir, so gut wie das im Alltag möglich ist, das Risiko einer Ansteckung gering halten“, erklärt Martina Böger. „Die Kinder machen dabei sehr gut mit.“

Wertvolle pädagogische Arbeit

Bei der Übergabe des Staffelstabes hatte Detlef Müller den Burg kindergarten mit seiner guten Tradition gelobt und die wertvolle pädagogische Arbeit, die hohe Akzeptanz und die religionspädagogischen Ansätze hervorgehoben. Auch heute, wo die gemeinnützige Kita  gGmbH die Trägerschaft der Einrichtung übernommen hat, steht der Orden als langjähriger Träger immer noch in enger Verbindung mit dem Burgkindergarten. 

Schwester Angelika war deshalb für die Staffelübergabe aus Paderborn angereist, um der neuen Leiterin alles Gute zu wünschen. „Wir wissen, dass hier in unserem Sinne eine gute Arbeit fortgesetzt wird“, betonte sie. Pfarrdechant Reinhard Edeler vom Pastoralen Raum  Reckenberg wünschte Martina Böger, dass sie tagtäglich miterlebt, wie Kinder Wunder erleben. Er versprach, dass Pastor Rüdiger Rasche der Einrichtung als Seelsorger zur Seite stehe. Der Burgkindergarten gehört zum Familienzentrum Kleeblatt –  zusammen mit den Einrichtungen St. Pius, St. Vitus und St. Christophorus.

Die guten Wünsche bei Martina Bögers Einführung scheinen sich trotz Corona erfüllt zu haben: „Ich bereue es nicht, die Leitung übernommen zu haben, ganz und gar nicht“, sagt sie heute. Die Erfahrung des letzten halben Jahres habe sie gelehrt, „dass es immer eine Lösung gibt“. In der Krise habe das Team seine Sache gut gemacht. „Ich blicke positiv zurück.“

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