Beeindruckendes Können

Thomas Pauschert spielt in der Hammer Liebfrauenkirche Bach und Dupré

Organist Thomas Pauschert zeigte an der großen Goll-Orgel sein umfassendes Können. Foto: Körtling
veröffentlicht am 11.09.2020
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Hamm. Einen ganz besonderen Musikgenuss erlebten die Besucher der Liebfrauenkirche am Sonntagabend: Während Dekanatskirchenmusiker Johannes Krutmann am Orgelpositiv die im Altarraum mit strengem Abstand singenden Mitglieder der Liebfrauen- Schola leitete, brachte der aus Gladbeck kommende Thomas Pauschert an der Goll-Orgel eine ganz besondere Auswahl von Werken von Johann Sebastian Bach und Marcel Dupré zu Gehör.

Fantastisches Instrument

Pauschert, der in Köln studierte, Assistent des Domorganisten am Kiliansdom in Würzburg sowie Lehrbeauftragter an der FH Würzburg war, ist immer wieder gerne in Hamm zu Gast: „Gerade diese Orgel ist ein fantastisches Instrument“, sagte der Organist vor der außergewöhnlichen Orgelmesse. Zwischen Bach und Dupré lägen schließlich Welten und diese Orgel ermögliche die Zusammenstellung absolut problemlos.

Natürlich kommt es auch auf den Organisten an und da glänzte Pauschert: Als Eröffnungsgesang, als Introitus der Orgelmesse, erklang Duprés Prélude H-Dur op. 7 Nr. 1. Das 1912 veröffentlichte Werk zählt technisch zu den recht anspruchsvollen Orgelwerken, doch er meisterte stets die sich wiederholenden, raschen Tokkaten- Figurationen. Dann folgte mit dem Klein zyklus der vier Duette BWV 802–805, aus dem dritten Teil der „Clavierübungen“, ein besonderer Hörgenuss. In der Reihenfolge BWV 804, 805, 802 und 803 wurde ein klassisches Spätwerk Bachs, in dem den Interpreten auch ohne Pedal alles abverlangt wird, präsentiert. 

Herausforderungen gemeistert

„Da wollte der alte Bach noch einmal die Quintessenz des Relevanten seiner Musik aufzeigen“, sagt Pauschert. Der Organist stellte sich der Herausforderung und es gelang: Das wiegende, fugierte Siciliano des Duetto III G-Dur im 12/8-Takt, mit seinen vom starken Dreiklang gefärbten wechselnden Themenführungen und Zwischenspielen bot einen ungeahnten Facettenreichtum. Das weit ausgreifende Thema des Duetto III e-Moll wurde eindrucksvoll wiedergegeben. 

Im Duetto IV a-Moll verbanden sich die unterschiedlichsten Elemente harmonisch. Die konzentrierte, immer neue Ausarbeitung der acht Takte und des Kontrapunkts im Duetto III a-Moll glückte und auch beim Duetto II F-Dur waren die steten harmonischen Wendungen bezaubernd. Bei der abschließenden Fugue H-Dur op. 7 Nr. 1 von Dupré bewies sich Pauschert erneut: Die oft vertrackt gestaltete Rhythmik kam beeindruckend und leicht daher und so  dankten die rund 80 Besucher mit langem, stehendem Applaus. 

Vorfreude auf das „Orgel Plus Hamm“- Festival

Nun freuen sich die Orgelfans auf das bevorstehende „Orgel Plus Hamm“- Festival: Im Eröffnungskonzert am 12. September  in der Liebfrauenkirche, wird Gereon Krahforst den Auftakt mit einem kompletten eigenen Orgelzyklus gestalten. Krahforst, Abteiorganist in Maria Laach, weltweit tätiger Konzertorganist und Komponist, stellt sein erst kürzlich komponiertes „Andalusisches Orgelbuch“ vor. Die Zuhörer werden mit besonderen Klängen und Stimmungen der hispanischen Halbinsel verzaubert.

Das Leipziger Jazz- Duo mit David Timm und Reiko Brockelt bringt frische Tasten- und Saxofonklänge in seinen vor allem jazzorientierten Improvisationen zum Besten – zum ersten Mal ist das Festival dabei im Kurhaus Bad Hamm zu Gast: am Mittwoch, dem 23. September, um 19.30 Uhr. 

Abschluss in der Liebfrauenkirche

Den Abschluss bilden am Sonntag, dem 27. September, um 17.00 Uhr in der Liebfrauenkirche noch einmal zwei Künstler: Unter der Überschrift „SEVEN“ loten Hansjörg Fink (Posaune) und Elmar Lehnen an der großen Goll-Orgel der Liebfrauenkirche in Anlehnung an die sieben Tage des biblischen Schöpfungsberichtes mythische und musikalische Tiefen und Grenzen neu aus.

Info

„Orgel Plus Hamm“

Spielorte: 

Liebfrauenkirche Hamm, Liebfrauenweg 2, sowie das Kurhaus Bad Hamm, Ostenallee 84. 

Karten sind an den Abendkassen erhältlich.

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