Es wird schon werden!

Die Gleichnisse des heutigen Sonntags wollen Zuversicht geben

Viele haben heute ein anderes Verhältnis zum Unkraut, weil es oft gut aussieht und für Insekten wichtig ist, aber für den Bauern, der von der Ernte lebt, ist es nach wie vor eine Art Störfaktor.Foto: Christiane Heuser/Pixelio
veröffentlicht am 17.07.2020
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Dies ist der zweite von drei Sonntagen, an dem wir drei der sieben Gleichnisse vom Reich Gottes aus dem 13.Kapitel des Matthäusevangeliums hören und die sehr anschaulichen Bilder auf uns wirken lassen.

von Christine Schlichtig

Bei den heutigen drei Gleichnissen fällt schnell auf, dass es sich hier um Erfolgsgeschichten handelt. Der Weizen kann wachsen, gedeihen und schlussendlich reiche Frucht bringen, trotz des Unkrauts, das ihn teilweise umgibt. Das Senfkorn ist so winzig klein und scheinbar kaum zu Größerem imstande und wächst dennoch höher als alle anderen Gewächse, der biblischen Erzählung nach sogar zu einem großen Baum heran, in dem Vögel schutzvoll nisten können. Und schließlich das kleine Stück Sauerteig, das am Ende den ganzen Teig, in diesem konkreten Fall die Menge von drei Sea Mehl (entspricht ca. 36 Litern), durchsäuert. Diese drei Bilder, mit denen Jesus vom Reich Gottes spricht, zeigen, dass aus etwas Kleinem etwas ganz Großes werden kann. So mag der Anfang des Reiches Gottes hier auf Erden möglicherweise klein und unscheinbar, kaum durchsetzungsstark erscheinen, jedoch wird es zunehmend wachsen, immer mehr Raum einnehmen und letzten Endes groß und herrlich sein und sich in seiner ganzen unbeschreiblichen Fülle zeigen. Wir sind dabei das Senfkorn, der kleine Anfang, aus dem letztlich Großes erwachsen kann. Natürlich gibt es auch immer die einen oder anderen Hindernisse und Widersacher auf diesem Weg. Dennoch wird allem Unkraut zum Trotz von dem geerntet werden können, was Gutes gesät wurde.

Am Tag der Ernte, dem Ende der Welt, wird endgültig erkannt werden, wer Unkraut ist und wer Frucht hervorbringt. Wie bei einem von Menschen geführten Gerichtsverfahren werden schließlich die Guten von den Schlechten getrennt sein. In diesem Fall ist es jedoch Gott selbst, der sich den Liebenden mit seiner ewigen Zuwendung widmet und die Gottlosen in ihrer selbst gewählten Gottesferne belässt. Die Lesung aus dem Buch der Weisheit entfaltet diesen Gedanken. Hier wird davon gesprochen, „dass der Gerechte menschenfreundlich sein muss“ (Weish12,19). Die große Stärke und Allmacht Gottes zeigt sich dann gerade darin, dass er jedem mit Milde und großer Nachsicht begegnet sowie voller Liebe die Möglichkeit zur Umkehr eröffnet. Alle Gläubigen dürfen stets darauf vertrauen, dass der Heilige Geist sich ihrer menschlichen Schwachheit und Unsicherheit annimmt, wie es bestärkend im Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom heißt (vgl.Röm8,26). Der Heilige Geist ist dabei nicht nur eine stützende Kraft und Orientierungshilfe, sondern er ergreift konkret Partei für uns. Denn wie der Richter und der Verteidiger nicht dieselbe Person sein können, sind der Vater und der Heilige Geist für uns in besonderer Weise da, wenn der Tag der Ernte gekommen ist.

Es geht nie darum, Angst und Sorge haben zu müssen, auch wenn das vielleicht ganz menschlich manchmal doch der Fall ist. Im Zweifelsfall ergreift Gott immer Partei für uns. Wir werden von ihm nicht klein und schwach, sondern immer groß und stark gemacht. Aus dieser Verheißung heraus können wir auch in schwierigen Situationen unseres Lebens mit innerer Gelassenheit uns zusagen lassen: Es wird alles gut werden.

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