Über standfeste Frauen

Mechthild Wohter predigt beim ersten bundesweiten Predigerinnentag der kfd

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Mechthild Wohter am Ambo der Heilig-Kreuz-Kirche in Soest. Foto: privat
veröffentlicht am 18.05.2020
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Soest (-berg). Zum Tag der Apostelin Junia am vergangenen Sonntag hatte der kfd-Bundesverband erstmals einen bundesweiten Predigerinnentag organisiert. 12Frauen predigten an 12Orten, darunter Mechthild Wohter. Sie predigte in der Heilig-Kreuz-Kirche in Soest.

Am Morgen danach ist Wohter noch ganz überwältigt von der Resonanz. Über 100 Personen waren gekommen, viele auch aus anderen Gemeinden, um die Aktion der kfd zu unterstützen und ihre Predigt zu hören. Im Anschluss an den Gottesdienst gab es Applaus und Blumen. Der Gottesdienst am 17.Mai war erst der zweite, nachdem wieder öffentliche Gottesdienste gefeiert werden können. Beim ersten am vorletzten Sonntag waren rund 40 Gläubige gekommen. Und es war coronabedingt keine Eucharistiefeier, sondern ein Wortgottesdienst unter dem Vorsitz des Soester Propstes Dietmar Röttger. Doch auch wenn es eine Eucharistiefeier gewesen wäre, hätte Wohter gepredigt.

Applaus und Blumen

Mechthild Wohter ist geistliche Begleiterin der kfd ihrer Gemeinde und bereitet als solche regelmäßig liturgische Angebote vor. Sie ist auch bei „Maria2.0“ engagiert, das Thema „geschlechtergerechte Kirche“ ist ihr ein Anliegen, deswegen hat sie beim Predigerinnentag mitgemacht. Es gehe ihr nicht darum, zu sagen, dass Frauen es besser können, sagte sie dem Dom. „Aber ich möchte hören, was Frauen zu sagen haben und wie sie die Bibel verstehen.“ Frauen seien sehr wohl dazu berufen, das Wort Gottes auszulegen, deswegen sollten sie auch in einer Eucharistiefeier predigen dürfen.

In ihrer Predigt legte sie den Begriff des Beistandes aus, den Jesus im Evangelium des Sonntags seinen Jünger zusagt. Als ehemalige systemische Familienberaterin kenne sie den Begriff aus ihrer Arbeit: „Der Beistand ist jemand, der einem beisteht, damit man standfest wird.“ Zwei biblische Frauen seien ihr eingefallen, die standfest blieben und so Jesus näherkommen konnten: die heidnische Frau, die Jesus um die Heilung ihrer Tochter bittet und sich gegen seine Jünger und sogar ihn selbst durchsetzt, sowie die Frau, die Jesus gegen den Widerstand anderer salbt. Diese Frauen, so Wohter, stehen in einer langen Reihe mit den Frauen, die sich berufen fühlen, denen aber gesagt wird, dass sie sich irren.

Was Frauen zu sagen haben

Wie es nach diesem Aktionstag weitergehen kann, werde nun in den entsprechenden Gremien besprochen. Wichtig sei aber, sich mit allen, die das Anliegen der geschlechtergerechten Kirche teilen, weiter zu vernetzen.

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