Ein Amt, das nicht dient, dient zu nichts

Ein Gastkommentar von Msgr. Dr. Konrad Schmidt

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Msgr. Dr. Konrad Schmidt. Der Autor gilt als einer der Vordenker der Landpastoral im Erzbistum.
veröffentlicht am 24.01.2020
Lesezeit: ungefähr 4 Minuten

In kirchlichen Kreisen werden wir nicht müde, wortreich zu beteuern, dass „der Weg von der Institution hin zu den Menschen“ entscheidend wichtig ist. Glaubwürdig müsse gelebt werden, was uns als Botschaft am Herzen liege. Durch Feilen an kirchlichen Strukturen sei wenig zu erreichen. Der Verlust unserer Glaubwürdigkeit hat in der Tat die Kerngemeinden erreicht. Mit dem auf zwei Jahre angelegten Synodalen Weg wollen die Bischöfe zusammen mit engagierten Frauen und Männern im Zentralkomitee der deutschen Katholiken verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen.

Eine demütiger werdende Kirche habe die große Chance, darauf zu verzichten, besserwisserisch aufzutreten und das „Verantwortungsgewicht des eigenen Amtes“ herauszuputzen.

Werfen wir einen Blick auf die „Einberufung“ des Petrus in sein Amt, seine Aufgabe. Im Norden des Landes Israel, nahe der Grenze zum Libanon, entspringt der dritte Quellfluss des Jordans, der Banjas. Beeindruckend bleiben die Wassermassen dieses Flusses vor allem im Frühjahr nach ergiebigen Winterregen. Unterhalb eines Berges brechen sie hervor, ursprünglich sogar aus einem Bergmassiv, einem überhängenden Steinbrocken. Dieser ist im Laufe der Zeit leider heruntergebrochen. Jesus ist vom See Genezareth mit seinen Jüngern die Jordansenke hinaufgewandert– im permanenten Gespräch mit seinen Jüngern.

Jesus spitzt Frage zu

Hier in Banjas– ein anderer Name ist Caesarea Philippi– kommt die „Jünger-Belehrung“ an ein Ende. Jesus spitzt eine Frage zu: „Ihr aber! Für wen haltet ihr mich?“ Petrus gibt die Antwort: „Du bist der Sohn des lebendigen Gottes.“ Dieses eindeutige Messias-Bekenntnis des Petrus veranlasst Jesus zu der Zusage: „Selig, Barjona! Du bist der Fels! Nicht irgendein Felsbrocken, an dem sich Menschen die Zähne ausbeißen sollen. Nein! Du bist der Fels, aus dem wenigstens ein Drittel des Wassers für das ganze Land hervorbricht.“

Amt soll dem Leben dienen

Jedes Amt soll immer wieder dem Leben dienen. Fels und Wasser, Amt und Lebenshilfe dürfen wir nur in diesem engen Zusammenhang sehen. Jedes Amt in der Kirche sollte dem Einzelnen und der Lebendigkeit der Gemeinde guttun. Wer seine „Macht“ gar als „Vollmacht“ versteht, entzieht sich jedem Gespräch auf Augenhöhe. Alle Formen des Klerikalismus fördern erschreckend den Vertrauensschwund– bis in unsere Kerngemeinden hinein.

Oft wird die Übergabe eines Amtes mit dem Überreichen eines Schlüssels verbunden. Schlüssel sind nie ein Zeichen von Macht. In komplexen Schließanlagen von Unternehmensgebäuden heißt es deswegen: „Zwei Leute müssen den Generalschlüssel haben, der alle Türen öffnet: der Chef und die Putzkraft.“ Beide haben ganz wichtige Dienste.

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