„Es geht um den Menschen“

SkF-Betreuungsverein in Gütersloh steht beeinträchtigten Menschen seit 25 Jahren zur Seite

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Das aktuelle Team des Betreuungsvereines des SkF Gütersloh (v.l.): Astrid Peters, Jessica Gerdhenrichs, Christin Pfützenreuter, Johannes Huneke und Maria Ellwart. Es fehlt Andrea Wollust. Foto: SkF
veröffentlicht am 10.01.2020
Lesezeit: ungefähr 4 Minuten

Gütersloh. Auf 25 erfolgreiche Jahre kann der Betreuungsverein des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in Gütersloh zurückblicken. Seit seiner Gründung steht der Verein Menschen zur Seite, die sich nicht mehr um ihre eigenen rechtlichen Belange kümmern können.

Dazu übernimmt der Verein sogenannte rechtliche Betreuungen und bietet Menschen Beratung und Unterstützung, die ehrenamtlich– in der Regel für einen Familienangehörigen– eine rechtliche Betreuung führen.

Im Jahr 1994 tickten die Uhren im Betreuungsrecht allerdings noch anders: Vormundschaften für Erwachsene und Entmündigungen waren erst zwei Jahre zuvor abgeschafft worden, der Begriff „Rechtliche Betreuung“ hatte sich noch lange nicht durchgesetzt. „Was aber damals wie heute unverändert gilt: Es geht um den Menschen, um seine Selbstbestimmung, sein Wohl und seine Wünsche“, erklärt SkF-Geschäftsführerin Astrid Peters.

Mensch im Mittelpunkt

Wenn Menschen sich aus gesundheitlichen Gründen ganz oder teilweise nicht mehr allein um ihre Angelegenheiten kümmern können, kann ein rechtlicher Betreuer unterstützen. Je nach Umfang der Zuständigkeit hilft er dann bei der Gesundheits- und Vermögenssorge oder bei Wohnungs- und Behördenangelegenheiten. Er ist als rechtlicher Vertreter in der Lage, weitgreifende Ergebnisse im Sinne des Betreuten durchzusetzen und notwendige Auskünfte zu bekommen. Mit der Reform des Betreuungsrechtes im Jahr 1992 trat an die Stelle einer entmündigenden Verwaltung eine individuelle Betreuung in Form von Unterstützung und Hilfe zur Selbstbestimmung und Teilhabe.

Fünf Fachkräfte arbeiten zurzeit im Betreuungsverein des SkF Gütersloh. Sie gewinnen, beraten und begleiten ehrenamtliche Betreuer und Bevollmächtigte. Für diese Ehrenamtlichen wird jährlich zudem ein vielfältiges Jahresprogramm gestaltet. „Die gesetzliche Betreuung ist ein spannendes Arbeitsfeld, in dem man mit vielen verschiedenen Menschen Kontakt hat und immer wieder Neues lernt“, sagt Geschäftsführerin Astrid Peters. „Aber es ist auch eine oft anstrengende und herausfordernde Aufgabe. Hier begleiten wir Menschen, die sich dieser Aufgabe ehrenamtlich stellen.“ Für Menschen, die keine Angehörigen haben oder deren Lebensumstände eine komplexe Betreuung erfordern, springt der SkF selbst ein. Über 100 Menschen betreuen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereines. 

Immense Nachfrage

Sorge bereitet den Verantwortlichen, dass dieser Dienst auch nach der Anhebung der Fallpauschalen im Sommer 2019 nach wie vor unzureichend refinanziert ist. „Die Zahl der rechtlichen Betreuungen steigt, und die Nachfrage nach Beratung und Unterstützung im Betreuungsbereich wächst immens“, erklärt die SkF-Vorsitzende Dr.Ursula Pantenburg. „Wir brauchen deshalb eine deutliche Verbesserung der finanziellen Rahmenbedingungen, damit der einzige Betreuungsverein im Stadtgebiet Gütersloh eine sichere Zukunft hat.“

Den 25.Geburtstag des Betreuungsvereines nahm der SkF zum Anlass, eine Geburtstagsfeier auszurichten und zwar bewusst für die Menschen, um die es geht: die Betreuten. Nach der Begrüßung durch Astrid Peters, die einen Blick zurück auf das Jahr 1994 warf, und die Gäste im Namen des gesamten SkF im hauseigenen „Café Franz“ willkommen hieß, gab es einen unterhaltsamen Nachmittag bei Kaffee, Kuchen und warmen Waffeln.

 

 

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