1. Advent

Ein Kommentar von Matthias Nückel

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Foto: Myriams-Fotos / pixabay
veröffentlicht am 27.11.2019
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

An diesem Sonntag wird an den Adventskränzen die erste Kerze entzündet. Doch draußen auf den Straßen erstrahlt schon längst die Weihnachtsbeleuchtung. In vielen Geschäften dröhnt weihnachtliche Musik aus den Lautsprechern und zahlreiche Städte haben ihre Weihnachtsmärkte schon Mitte November eröffnet. Ein Fernsehmoderator wünschte folgerichtig „eine schöne Weihnachtsmarktzeit“.

Dies ist Folge einer längeren Entwicklung. Dabei hat es nach der deutschen Teilung zunächst Unterschiede in Ost und West gegeben. Der real existierende Sozialismus in der DDR versuchte, Advent und Weihnachten auszumerzen. Trotz aller kunstvollen Wortschöpfungen der Parteikader – der Weihnachtsengel hieß zum Beispiel „Jahresendflügelfigur“ – gelang dies jedoch nicht völlig.

Der Kapitalismus in der Bundesrepublik ging dagegen auf seine eigene Weise vor. Er vereinnahmte das Fest und leistete dabei ganze Arbeit. Den Beginn der Adventszeit legt längst nicht mehr der Kalender fest – schon gar nicht der kirchliche –, sondern die Marketingabteilungen in den Unternehmen bestimmen, wann der Kaufrausch zu beginnen hat. Und der dicke, aufgeblasene Coca-Cola-­Weihnachtsmann ist heute bei Kindern und Erwachsenen bekannter als das Christkind oder der Nikolaus.

Mittlerweile haben sich die Verhältnisse in Ost und West ziemlich angeglichen. Deutschland ist seit 30 Jahren im Konsum vereint.

Ich wünsche Ihnen gleichwohl einen guten ersten Advent. Möge die Kerze an Ihrem Adventskranz daheim gegen das bunte Lichtergewirr in der Welt draußen anleuchten und etwas vom wahren Advent verkünden!

Ihr

Matthias Nückel

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