Spur des Terrors

Ein Kommentar von Matthias Nückel

kopie_von_726314_web_r_by_berthold_bronisz_pixelio
Foto: Berthold Bronisz / pixelio
veröffentlicht am 26.06.2019
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat Entsetzen und Empörung hervorgerufen. Politiker bis hin zur Bundeskanzlerin fordern eine lückenlose Aufklärung des Verbrechens. Mittlerweile scheint klar, dass der Täter aus der rechten Szene kommt.

Aufklärung ist in der Tat dringend nötig. Und dabei kann und darf es nicht nur um den Mord an Walter Lübcke gehen. Denn seit dem Attentat auf das Münchner Oktoberfest am 26. September 1980, bei dem 13 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt wurden, zieht sich eine Spur des rechten Terrors durch das Land. Es gab Anschläge auf Asylbewerberheime sowie auf ausländische Mitbürger – und nicht zuletzt die Mordserie der Terrorgruppe NSU.

Doch während der Staat im Kampf gegen den Terror der linken „Rote Armee Fraktion“ (RAF) alle Register zog und auch Unterstützer zur Rechenschaft zog, waren die Behörden auf dem rechten Auge ziemlich blind. Meist war – wie beim Oktoberfest-Anschlag – von Einzeltätern die Rede. Die Pannen bei den Sicherheitsbehörden im Zusammenhang mit der Aufklärung der NSU-Morde kommen erst jetzt nach und nach ans Licht. Zudem soll es in der rechten Szene eine „Todesliste“ mit Namen von Kommunalpolitikern geben. Die Sicherheitsbehörden werden viel erklären müssen, warum sie entweder das rechte Terror-­Netzwerk nicht erkannt oder nicht richtig ernst genommen haben.

Zur Aufklärung gehört aber auch, jene zu entlarven, die mit Worten den rechten Terror begünstigen. Und dabei darf es keine Rolle spielen, ob gegen Politiker oder Flüchtlinge gehetzt wird. Denn nicht nur vor Gott, sondern auch vor dem Grundgesetz ist jeder Mensch gleich viel wert.

Weitere interessante Artikel auf DerDom.de
02.03.2024

 

 

 

 

Messdiener pilgern im Sommer nach Rom

Hunderttausende Kinder und Jugendliche ­engagieren sich als Messdiener. 35 000 von ihnen wollen an der Ministrantenwallfahrt teilnehmen.

weiterlesen
01.03.2024

 

 

 

 

Erzbistum Paderborn betritt Neuland

Prälat Thomas Dornseifer installiert Dr. Nils Petrat als Pfarrer der Pfarrei St. Dionysius Herne und ernennt Stefan Kaiser zum Pfarrbeauftragten und Ludger Keite zum moderierenden Priester des Pastoralen Raumes Pastoralverbund Dortmund-Nordost.

weiterlesen
01.03.2024

 

 

 

 

Digitalisierung verändert das Trauern

Können Menschen durch Digitalisierung unsterblich werden? Was macht es mit Trauernden, wenn sie durch KI in die Lage versetzt werden, mit Toten sprechen zu können?

weiterlesen