Bruder Forst

Geistlicher Glaubensimpuls

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Foto: angieconscious / pixelio
veröffentlicht am 17.10.2018
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Es war sicher ein zufälliges Timing, aber man kann sich ja durch Zufälle mal anregen lassen: Einen Tag nach dem Fest des heiligen Franz von Assisi hat das Oberverwaltungsgericht Münster die umstrittene Rodung des Hambacher Forstes gestoppt – vorerst.

von Claudia Auffenberg

Warum hat uns dieses Thema eigentlich alle so aufgewühlt? Es ging ja nur noch um einen kleinen Rest des Waldstückes, große Teile sind längst weggebaggert. Vielleicht hilft der Sonnengesang des heiligen Franziskus weiter. Auch wenn man das früher in der Laudato-Si-Version im Zeltlager nicht so recht mitbekommen hat: Mit dem reichlich beschränkten Werkzeug Sprache kommt in diesem Lied eine Empfindung in die Welt, die man kaum in Worte fassen kann. Gemeint ist jetzt nicht ein duseliges Sonnenuntergang-­am-Meer-Gefühl, sondern eine tiefe Verbundenheit des Menschen mit allem, was auf dieser Erde ist. Die Erde ist keine Bühne, auf der der Mensch seine dicken Autos präsentieren soll, sie ist auch keine Vorratskammer, die er bedenkenlos ausräumen kann, sondern sie ist seine Schwester, „die uns erhält und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt und bunte Blumen und Kräuter“, so singt Franziskus. Ob die Erde auch uns als ihre Schwestern und Brüder bezeichnen würde? Wenn man den Sonnengesang mal richtig liest, dann fallen zwei Dinge auf. Erstens: Der Lobpreis gilt nicht der Schöpfung, sondern dem Schöpfer. Zweitens: Dieser wird nicht für die Sonne, sondern durch die Sonne gelobt. Das ist ein ganz und gar biblischer Gedanke. Wir Christen kennen keine heiligen Bäume, die Natur ist nicht göttlich, aber sie ist ein Verweis auf den Schöpfer. Im Buch der Weisheit heißt es: „Von der Größe und Schönheit der Geschöpfe lässt sich auf ihren Schöpfer schließen.“

Sind wir also womöglich „von Natur aus“ im Kontakt mit Gott? Sind wir so aufgewühlt, weil wir jetzt, da der Hambacher Forst fast ganz abgerodet ist, im Innersten spüren, dass längst eine Grenze erreicht ist, dass hier – und nicht nur hier – etwas ganz falsch läuft?

Man möchte den Leuten aus der obersten Etage von RWE zurufen: „Gehen Sie mit Ihren Kindern am Sonntag in den Wald. Und dann sehen wir weiter.“

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