Thailand und wir

Geistlicher Glaubensimpuls

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Foto: Rosel Eckstein / pixelio
veröffentlicht am 04.10.2018
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Neulich stand eine Meldung in der Zeitung, vermeintlich aus der Kategorie „Sack Reis in China umgefallen“, also: ganz putzig, aber belanglos. Die Überschrift lautet: „Dickes Problem in Thailand“.

von Claudia Auffenberg

Die Hälfte der thailändischen Mönche sei zu dick, hieß es, deren gesundheitliche Probleme verschärfen sich. Das Übergewicht hat mit den immer süßeren und fetthaltigen Essensspenden der Gläubigen zu tun, von denen sich die Mönche einzig ernähren dürfen. Die thailändische Regierung ist besorgt. Wieso das? Amporn Bejapolpitak, Vize-­Abteilungsleiterin im thailändischen Gesundheitsministerium, erläutert: „Die Mönche sind wichtig für die Gesellschaft. Sie geben uns einen spirituellen Anker. Wir müssen uns mehr um sie kümmern.“

In Deutschland haben wir ein anderes Verhältnis von Staat und Kirche und eine andere spirituelle Kultur, aber die grundsätzliche Frage kann man auch hierzulande stellen: Welche Bedeutung haben Mönche oder sagen wir allgemeiner: Geistliche für unsere Gesellschaft? Spontan denkt man, dies sei der denkbar ungünstigste Moment, über eine solche Frage nachzudenken angesichts dessen, was die Kirche derzeit bis in ihre Grundfesten erschüttert. Aber vielleicht ist es genau der richtige Moment, weil die Frage jetzt gerade brennt: Was für Geistliche brauchen wir? Denn, ja, das traut man sich zu sagen, trotz allem: Sie sind nicht nur für die Kirche, sondern auch für eine Gesellschaft wichtig. Männer und Frauen, in deren Gegenwart das Herz weit und der Rücken gerade wird, die einem Mut machen und zum Lachen bringen, denen man anmerkt, dass es Gott gibt und das dies ein gutmeinender Gott ist. Eine Gesellschaft ohne solche Menschen möchte man sich jedenfalls nicht vorstellen.

Und offenbar weiß die Gesellschaft das. Denn die Meldung von den zu dicken Mönchen ist schon ein paar Jahre alt und taucht immer mal wieder in den Medien auf. Sie sind also anscheinend kein umgefallener Sack Reis.

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