Methode Kolping?

Geistlicher Glaubensimpuls

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Vielleicht hilft zuhören? Foto: Günter Havlena / pixelio
veröffentlicht am 06.09.2018
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Jetzt mal ehrlich: Bestimmten Leuten möchte man echt eine reinhauen: denen, die in Sachsen ausländische Menschen jagen zum Beispiel. Aber Gewalt bringt überhaupt nichts, sie ist am Ende nur Ausdruck eigener Hilflosigkeit.

von Claudia Auffenberg

Und genau das ist das Problem: Wie will man mit den Schlägern und denen, die ihnen zujubeln, reden? Für Fakten und gute Argumente sind sie anscheinend nicht offen. In Sachsen gibt es ziemlich wenige Flüchtlinge und so muss man sich dort im Augenblick weniger vor messerstechenden Ausländern fürchten als vor prügelnden Glatzköpfen.

Doch sich gegenseitig für blöd zu erklären und einander Parolen um die Ohren zu hauen, hilft auch nichts. Das verschärft nur die Polarisierung, die nach Meinung des Bielefelder Konfliktforschers Andreas Zick ein Hauptproblem ist. Was also tun? Hilft der Blick in die Vergangenheit? Hat früher mal jemand eine Lösung versucht, die man heute ähnlich anwenden könnte? Adolph Kolping fällt einem ein, der Gesellenvater. Aus heutiger Sicht hat das Wandergesellentum etwas Romantisches: junge Burschen, die heiter singend durch die Felder zogen, auf der Suche nach Arbeit. Aber so ist es nicht gewesen. Kolping selbst war zweimal in Paderborn, um in der Stadt einen Gesellenverein zu gründen, den es in anderen Orten des heutigen Erzbistums längst gab. Er ist gescheitert, weil weder der Klerus noch die örtliche Gastronomie mit den Gesellen etwas zu tun haben wollten. Erst als Kolpings einstiger Religionslehrer Konrad Martin Bischof in Paderborn wurde, änderte sich die Stimmung.

Es mag nun schrecklich naiv klingen und ja, es schreibt sich auch leichter, als es zu tun, aber vielleicht könnte ein Weg sein, sich mit den Menschen – nicht mit ihrer Gesinnung! – zu verbünden, und sie mal nicht zu fragen, wovor sie sich fürchten, sondern, wofür sie im Leben dankbar sind oder was ihre Oma ihnen beigebracht hat oder meinetwegen auch mal ganz schlicht: Was essen Sie zum Frühstück? Keine Ahnung, ob das hilft. Aber ihnen eine reinzuhauen oder sie niederzubrüllen, hilft ganz sicher nicht.

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