Weberhaus wird Schule für Migranten

Koptische Kirche will Handwerker ausbilden

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veröffentlicht am 16.08.2018
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Nieheim/Brenkhausen. Es gibt ein neues Betreiberkonzept für das seit zwei Jahren leer stehende Weberhaus in Nieheim. Die ehemalige Kolping-Bildungsstätte soll als Schule für Migranten fortbestehen.

von Burkhard Battran

Betreiber der Einrichtung, die vor allem Handwerker aus dem Ausland auf deutsche Fachstandards bringen soll, ist die koptische Kirche in Deutschland mit ihrem Bischofssitz im Kloster Brenkhausen bei Höxter. Die Idee wurde vor drei Jahren bei einem Treffen von Koptenbischof Anba Damian (63) mit dem ehemaligen Kolping-­Generalpräses Heinrich Festing (87) beim Libori-­Fest geboren.

„In den letzten zwei Monaten haben wir die Vertragsverhandlungen eingeleitet, die jetzt abgeschlossen wurden“, erklärte Wolfgang Gelhard, Geschäftsführer des Kolping-­Bildungswerkes. Die koptische Kirche hat das 7 000 Quadratmeter große Areal mit dem historischen Weberhaus und den angegliederten Seminartrakten gekauft.

Über die Summe wird Stillschweigen bewahrt. Es soll sich um eine „relevante Anerkennungssumme“ handeln. „Der entscheidende Punkt ist, dass die Bildungsstätte in ihrem Wesen weitergeführt und nicht zweckentfremdet oder abgerissen wird“, betont Heinrich Festing. Er hat die Bildungsstätte selbst aufgebaut und lange Jahre geleitet. „Am 1. Juli 1962 ist sie von Kardinal Jaeger geweiht worden“, erinnert sich Festing.

50 Jahre war das 140 Betten große Bildungshaus in Betrieb. 2012 wurde der Betrieb eingestellt. Bis 2016 diente das Weberhaus als Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge.

Bischof Damian ist überzeugt, mit der Weiterführung als Schule für Handwerker mit Migrationshintergrund einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten zu können: „Viele Migranten, die zu uns kommen, sind willige und fleißige Handwerker, um aber hier in Deutschland wirksam dem Fachkräftemangel Abhilfe leisten zu können, müssen sie sprachlich und berufstechnisch die hiesigen Standards erwerben, das wollen wir mit dieser Schule leisten.“

Die ersten Kurse sollen zeitnah starten. Finanziert werden sollen die Kurse über die Mittel für Integrationsmaßnahmen des Bundes oder anderer öffentlicher Stellen. Auch das Kolping-Bildungswerk soll als Kooperationspartner im Boot bleiben.

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