Freie Radikale

Am 11. August feiert die Kirche die hl. Klara

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Foto: kna
veröffentlicht am 06.08.2018
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Wie geht Nachfolge Jesu? Im Jahr 2018 nach Christi Geburt ist die Frage noch immer nicht abschließend beantwortet. Leichter ist zu sagen, wie sie nicht geht: nämlich, wenn man ein Leben in Saus und Braus führt, mit einem dicken Wagen protzt oder auf Kosten anderer lebt. Im Umkehrschluss heißt das also: Nachfolge Jesu hat mit Armut zu tun und mit einem bestimmten Verhältnis zu anderen Menschen, zum Umfeld, zur Welt. So weit, so beängstigend.

von Claudia Auffenberg

Im Heiligenkalender der kommenden Woche taucht am 11. August eine Frau auf, die beides ziemlich radikal für sich umgesetzt hat und vor der man, das darf man vielleicht sagen, ein bisschen erschrecken kann: Klara von Assisi.

Geboren wurde sie 1194 in einer Familie, die zum städtischen Adel gehörte. Ihre Mutter war eine fromme Frau und so wurde auch Klara im Glauben erzogen. Ihr Leben war – eigentlich – vorgezeichnet und es gab keinen Grund, sich Sorgen zu machen. Was der Mensch zum Leben braucht und wofür sich bis heute viele plagen, hatte sie: eine zumindest doch materiell gesicherte Existenz. Doch es muss eine Sehnsucht, einen Hunger in Klara gegeben haben, den all die Sicherheit nicht stillen konnte, den sie womöglich sogar verstärkte. Sie begegnete dem damals skandalumwitterten Franziskus, der, wie man sich vorstellen kann, Stadtgespräch war: Sohn aus reichem Haus, wirft seinem Vater die Brocken vor die Füße, was ist denn da falsch gelaufen? Doch Klara war fasziniert, so fasziniert, dass sie, als die familiären Heiratspläne konkret werden, floh. Sie flüchtete in die Portiuncula zu Franziskus und seinen Brüdern. Er verstand ihre Sehnsucht, wurde er doch selbst von dieser getrieben. Er nahm Klara auf, schnitt ihr die Haare ab und kleidete sie in ein Büßergewand. Klaras Eltern waren entsetzt, ihr Vater unternahm mehrere Versuche, sie zu entführen, aber das Vorhaben misslang. Man kann den Vater sicher verstehen, denn nicht nur Klara war ihm auf diese Weise abhandengekommen, auch deren Schwester Agnes. Später, nach seinem Tod, folgten noch ihre Schwester Beatrice und die Mutter der Mädchen.

Klara wählte ein Leben in vollkommener Armut. Sie war nicht die Einzige, damals rollte gewissermaßen eine Armutsbewegung durch Europa, wohl auch als Reaktion auf das feudale Treiben des Klerus. Und so versuchte die amtliche Kirche, die Sache in den Griff zu kriegen, sie einzubinden, vielleicht auch, um ihr das Leben wenigstens ein bisschen leichter zu machen. Es gab Ausei­nandersetzungen um die Regel, vor allem um die Frage, was Armut bedeutet, wobei Klara bis hin zum Papst geschätzt wurde. 1247 verfasste sie eine eigene Regel für ihre inzwischen schon groß gewordene Gemeinschaft, zwei Tage vor ihrem Tod am 11. August 1253, erkannte Papst Innozenz IV. diese an.

Wie geht Nachfolge Jesu? So. Aber hoffentlich auch anders …

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