Ja sagen – und wissen, wozu

Wie verbindlich muss eine christliche Ehevorbereitung sein?

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Immer noch möchten viele Paare kirchlich getraut werden. Doch die Vermittlung des katholischen Eheverständnisses wird immer schwieriger.
veröffentlicht am 08.06.2018
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Bonn. Wer eine Hochzeit feiern will, muss gut planen und schnell sein, denn einige Kirchen sind in den beliebten Heiratsmonaten bis zu einem Jahr im Voraus ausgebucht. Damit am Tag der Hochzeit alles reibungslos läuft, gibt es ausführliche Checklisten: Blumen? Bestellt. Einladungskarten? Verschickt. Tanzkurs? Gemeistert. Aber was ist mit der Ehevorbereitung?

von Kerstin Ostendorf

Diese Frage stellt Papst Franziskus in seinem Schreiben „Amoris laetitia“. Er warnt, dass die Brautleute all ihre Energie in die Vorbereitung des Festes stecken, aber nicht in die Vorbereitung der Ehe. „Die Brautleute gelangen erschöpft und abgespannt zur Hochzeit“, schreibt der Papst. Die deutschen Bischöfe haben diese Bedenken des Papstes aufgegriffen und möchten die christliche Ehevorbereitung stärken. Auch wenn die Zahlen in den vergangenen Jahren stetig gesunken sind, bleibt das relevant: 2016 heirateten bundesweit 410 000 Paare standesamtlich, gut 43 000 von ihnen ließen sich katholisch trauen.

„Das Thema ist uns ein großes Anliegen“, sagt der Berliner Erzbischof Heiner Koch. Die Kommission für Ehe und Familie der Bischofskonferenz, die er leitet, hat jüngst ein Eckpunktepapier dazu veröffentlicht. Es setzt den Rahmen für die Ehevorbereitung in den Bistümern. Demnach soll in den Kursen über die Bedeutung der christlichen Ehe, ihr Gelingen, die Einheit von Körper und Geist und über die Liturgie der Trauung gesprochen werden. Den Seelsorgern und Hauptamtlichen soll aber auch klar sein: Viele Paare, die katholisch heiraten möchten, wissen nicht, was das Sakrament wirklich bedeutet und worauf sie sich da einlassen.

Da muss eine gute Ehevorbereitung ansetzen. „Wir sind das den Paaren schuldig, damit sie anschließend nicht sagen: Das haben wir alles nicht gewusst, das hat uns niemand gesagt. Und ich meine nicht, es ihnen nur zu sagen. Wir müssen es ihnen auch im Herzen näherbringen“, sagt Koch.

In den vergangenen Monaten wurde immer wieder diskutiert, ob die heute noch freiwillige Ehevorbereitung verbindlicher werden müsse. Die deutschen Bischöfe wollen die Paare nicht zwingen, eine gewisse Verpflichtung zu einer ausführlicheren Ehevorbereitung hält Erzbischof Koch aber für notwendig. „Verbindlich heißt für mich verantwortlich – und das in einer Weise, dass das Brautpaar bewusst sagen kann: Aus freien Stücken sage ich zum Inhalt des Ehesakramentes Ja.“ Das brauche natürlich Zeit. Ein einzelnes Gespräch mit dem Pfarrer sei nicht ausreichend, sagt Koch.

Häufig fehlt den Hochzeitspaaren die Bindung an die Pfarrgemeinde. Die Kirche wird ausgesucht, um eine hübsche Kulisse für das Jawort zu haben. Es gibt sogar Internetseiten, die Kirchen nach der Zahl der Parkplätze, schönen Foto-Gelegenheiten und prachtvollen Altarräumen listen. Eine gute Ehevorbereitung, die den Paaren erklären kann, wie der Glaube in der Ehe helfen kann, kann ihnen vielleicht auch eine neue Perspektive schenken.

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