Über das Ziel hinaus

Ein Kommentar von Matthias Nückel

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Foto: pixabay
veröffentlicht am 30.05.2018
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Datenschutz ist zweifellos wichtig – vor allem in Zeiten der Digitalisierung. Der Missbrauch von persönlichen Daten durch große Internet-Konzerne wie Facebook oder Google zeigt, dass es klare Richtlinien geben muss, um persönliche Sicherheit zu gewährleisten.

Die neue Europäische Datenschutzverordnung jedoch sorgt für sehr viel Aufregung und Verunsicherung. Die Vorschriften betreffen auch die Kirche, Verbände und Vereine, wie wir berichteten.

In den vergangenen Tagen war ich intensiv damit beschäftigt, E-Mails von Pressebüros, Agenturen und kirchlichen Einrichtungen zu beantworten. Dabei ging es um die Frage, ob wir weiter Presseberichte erhalten möchten. Einige wollten eine ausdrückliche Bestätigung, andere meinten, wir sollten widersprechen, wenn wir keine E-Mails mehr bekommen möchten. Das zeigt, wie unterschiedlich schon Profis die Richtlinie der EU auslegen.

Umso größer ist das Problem für Vereine und Verbände, in denen Ehrenamtliche die Arbeiten erledigen. Sie hören und lesen von möglichen hohen Strafen, wenn die Verordnung nicht eingehalten wird und sind oftmals völlig überfordert. Gleiches ist von Kleinbetrieben zu erfahren.

Das derzeitige Durcheinander zeigt, dass die Europäische Union mit ihrer Verordnung über das Ziel hinausgeschossen ist. Es kann nicht sein, dass Ehrenamtliche, die sich in ihrer Freizeit für das Allgemeinwohl einsetzen, mit Strafzahlungen bedroht werden. Zwar mag es beruhigen, dass es nicht genügend Prüfer gibt, die sich um die Einhaltung der EU-Richtlinie bei Vereinen, Verbänden und Kleinbetrieben kümmern. Aber sicherheitshalber sollte die Bundesregierung mit nationalen Regelungen nachbessern, wie es andere Länder übrigens schon gemacht haben.

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