Und warum?

Geistlicher Glaubensimpuls

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Karrenbrock.de / pixelio.de
veröffentlicht am 14.09.2017
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Im TV-Duell neulich ging es für einen kurzen Moment um Religion. „Waren Sie heute in der Kirche?“, fragte Sandra Maischberger, und sowohl Angela Merkel als auch Martin Schulz antworteten – sichtlich irritiert – mit Nein, allerdings ziemlich halbherzig. Interessant!

von Claudia Auffenberg

Mit einem klaren Nein hätten ja beide eine Mehrheitsposition vertreten. Die meisten Deutschen gehen nicht mehr zur Kirche, das gilt vermutlich auch für CDU-Wähler und -Mitglieder. Und doch haben beide es eben so nicht gesagt. Schulz unterbrach sich selbst und berichtete, er sei in einer Friedhofskapelle gewesen, worauf Merkel nachschob, sie sei am Vortag, dem Todestag ihres Vaters, in der Kirche gewesen. In der medialen Nachbetrachtung hieß es zu dieser Szene unter anderem, so was frage man nicht, schließlich sei Religion Privatsache. Das ist zumindest aus christlicher Sicht ein Missverständnis, es wäre auch kein Grund, darüber in der Öffentlichkeit nicht zu sprechen. Aus christlicher Sicht ist die Religion kein Hobby, keine Turnübung, die man für sich auf der heimischen Yoga-Matte macht, es ist keine Meditationsform, zu der man sich vors Weihrauchstäbchen zurückzieht. Das kann man alles machen, auch als Christ, und nichts davon ist zu kritisieren. Aber der christliche Glaube an das anbrechende bzw. angebrochene Reich Gottes, die Verheißung Jesu, die muss einen doch hinaustreiben aus dem Wohnzimmer und hinein in diese Welt, die doch an allen Ecken und Enden nach einer Hoffnung lechzt.

Darum war es wunderbar, dass diese Frage kam, und es war höchst sympathisch, wie irritiert sie beide waren. Politiker, die hier ins Stottern geraten, sind einem doch lieber als solche, die jeden Tag den fünffachen Ruf des Muezzin „Gott ist größer“ hören und darüber nicht ins Stottern geraten.

Und: Die Frage nach dem „Ob?“ würde man selbst anders beantworten, aber falls danach die Frage nach dem „Warum?“ käme, wäre man – ganz ehrlich – auch ein bisschen unsicher.

 

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