Ein Armutszeugnis

Ein Kommentar von Matthias Nückel

veröffentlicht am 06.10.2016
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Die Tafeln in Deutschland haben wieder einmal Bilanz gezogen. Eine erfreuliche Nachricht ist, dass sich mittlerweile auch viele Flüchtlinge ehrenamtlich bei der Ausgabe von Essen an Bedürftige engagieren.

Weniger positiv ist die Entwicklung der Tafeln insgesamt. So ist die Zahl der Menschen, die diese Unterstützung in Anspruch nehmen, stärker gestiegen als die Spenden. Dies bedeutet, dass jeder Einzelne im Durchschnitt weniger bekommt.

Weil auch viele Flüchtlinge zu den Tafeln kommen, könnten andere Bedürftige den Eindruck gewinnen, als seien sie Konkurrenten um die knapper werdenden Lebensmittel. Dies darf auf keinen Fall geschehen, denn dadurch entsteht ein Gefühl der Ablehnung gegenüber den Flüchtlingen.

Die Tafeln wurden einst geschaffen, um den Menschen zu helfen, die ganz am Rande der Gesellschaft leben und nicht das Nötigste zum Überleben haben. Die Zahl der Menschen, die sich jeden Cent im wahrsten Sinne des Wortes „vom Mund absparen“ müssen, ist in Deutschland allerdings gewachsen. Hinzukommt sicher auch, dass für viele – vor allem ältere – Mitbürger die Hemmschwelle gesunken ist, eine Tafel aufzusuchen. So manche Rentnerin und so mancher Rentner können eben von ihren mageren Altersbezügen die hohen Lebenshaltungskosten nicht mehr bestreiten.

Die Tafeln sind heute nicht nur in Großstädten, sondern auch in vielen kleineren Kommunen zu einem festen Bestandteil der Versorgung geworden. Dass sie in diesem Umfang überhaupt nötig sind, ist ein Armutszeugnis für den Sozialstaat.

Weitere interessante Artikel auf DerDom.de
23.02.2024

 

 

 

 

Wenn Menschen einsam werden

Es ist ein immer drängenderes Problem in der Gesellschaft: Einsamkeit. Sie hat Auswirkungen auf die mentale und körperliche Gesundheit.

weiterlesen
22.02.2024

 

 

 

 

Mit einer Stimme – Flashmob zum Frauentag

Der kfd-­Diözesanverband und die Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn laden zum Flashmob aus Anlass des Internationalen Frauentages ein.

weiterlesen
22.02.2024

 

 

 

 

„Die Passion“ kommt nach Kassel

Nach dem großen Erfolg von 2022 kehrt „Die Passion – Die größte Geschichte aller Zeiten“ Ostern 2024 zurück auf den Fernsehbildschirm.

weiterlesen