Selbstvertrauen für die Erkrankten, Entlastung für die Angehörigen

Betreuungsgruppe „Elisabeth-Haus“ begeht fünfjähriges Bestehen

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Jeden Donnerstag trifft sich die Gruppe: „Hier kommen alle zur Ruhe.“ Foto: privat
veröffentlicht am 15.09.2016
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Bergkamen. Josefa Behrens mag Donnerstage. Denn dann trifft die 86-Jährige in der Betreuungsgruppe „Elisabeth-Haus“ auf viele vertraute Gesichter und erlebt einen Nachmittag, an dem ihre Einschränkungen in den Hintergrund treten. Josefa Behrens ist dement – ebenso wie die anderen Teilnehmer der Gruppe, die jetzt ihren fünften Geburtstag gefeiert hat.

Josefa Behrens stieß bereits kurz nach Gründung der Gruppe dazu. Ihre Schwiegertochter Karin Behrens suchte damals nach geeigneten Angeboten, ihrer kurz zuvor demenziell erkrankten Schwiegermutter eine regelmäßige Beschäftigung und Förderung zu ermöglichen. In ihrem Stadtteil Rünthe gab es keine passende Gruppe – so fiel die Wahl auf das wöchentliche Betreuungsangebot der Kirchengemeinde St. Elisabeth.

Jeden Donnerstag von 14.30 bis 17.30 Uhr findet Josefa Behrens hier ihr vertraute Menschen, mit denen sie singt, bastelt, spricht, Kaffee trinkt, zu Abend isst und sich gemeinsam erinnert. Wöchentlich bereiten die vier ehrenamtlichen Betreuerinnen Ulrike Ziel, Heike Hindemitt, Christa Diekmann und Ilse Heinemann dafür ein neues Thema des Tages vor, das sich wie ein roter Faden durch den Nachmittag zieht. Dazu zählen etwa „Urlaub am Meer“ oder zum Beispiel das Thema „Gartenfeste“. Während die demenziell erkrankten Menschen starke Probleme mit der Erinnerung an jüngere Ereignisse und Fakten haben, funktioniert das Langzeitgedächtnis oft sehr gut. So erinnern sich die Teilnehmer gemeinsam an lang zurückliegende Erlebnisse, Urlaube, Volkslieder oder Begebenheiten aus ihrer Kindheit und Jugend.

Diese Autobiografiearbeit in der Gemeinschaft fördere viele Aha-Erlebnisse zutage, schildert Betreuerin Ulrike Ziel. „Die Menschen erleben sich hier als vollwertig, während sie sonst vor allem mit ihren krankheitsbedingten Unzulänglichkeiten konfrontiert werden“, erklärt die Betreuerin. Denn jeder einzelne Mensch werde nach seinen individuellen kognitiven und motorischen Fähigkeiten betrachtet und gewürdigt, so Ziel. Neben den aktivierenden Angeboten schätzen die Gruppenteilnehmer auch die regelmäßigen Gottesdienste. „Hier kommen alle richtig zur Ruhe und äußern Emotionen, die sonst unterdrückt werden“, schildert Ulrike Ziel.

Nicht nur die demenziell erkrankten Menschen profitieren von der Gruppe, sondern auch ihre pflegenden Angehörigen. Karin Behrens etwa nutzt die Zeit am Donnerstag gerne, um auch einmal etwas für sich zu tun. Denn dafür bleibt sonst wenig Raum. „Für mich ist es schön, einfach mal spazieren gehen zu können und zu wissen, dass für meine Schwiegermutter bestens gesorgt ist“, sagt die 61-Jährige.

Die von der Caritas-Konferenz St. Elisabeth in Zusammenarbeit mit der Caritas-Sozialstation Kamen-Bergkamen-Bönen organisierte Gruppe kann zurzeit übrigens neue Mitglieder aufnehmen. Ulrike Ziel: „Wir haben aktuell drei Plätze frei, die wir gerne vergeben möchten.“ Interessierte können sich direkt an Frau Ziel unter 0 23 07/8 46 05 wenden.

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