Willkommen in Bergkamen-Mitte

Ehemalige Schlecker-Filiale wird Begegnungs- und Beratungszentrum für Flüchtlinge

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Pastor Thorsten Neudenberger (l.) mit dem Schlüssel für die Vorsitzende des Flüchtlingshelferkreises, Petra Buschmann-Simons (4. v. l.). Sie hält mit dem Flüchtlingskoordinator Joel Zombou den unterschriebenen Vertrag in den Händen. Zur Schlüsselübergabe kamen auch Sozialdezernentin Christine Busch (2. v. l.), Vertreter der Kirchengemeinde St. Elisabeth und der evangelischen Kirche sowie Dekanatsreferent Ludger Büngener (2. v. r). Foto: Plamper
veröffentlicht am 26.08.2016
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Bergkamen. Es dauerte nur einen kurzen Moment, als Pastor Thorsten Neudenberger, Leiter des Pastoralverbundes Bergkamen, den Schlüssel für das neue Begegnungs- und Beratungszen­trum an die Vorsitzende des Flüchtlingshelferkreises, Petra Buschmann-Simons, übergibt. Doch über die nachhaltige Bedeutung dieser symbolischen Handlung sind sich alle Beteiligten einig. Das Flüchtlingscafé ist ein weiterer Meilenstein für die Inte­grationsarbeit in Bergkamen.

von Elisabeth Plamper

„Wir sind froh, nun unsere Arbeit an einem Ort bündeln zu können“, freute sich Petra Buschmann-Simons. Der neue, im Zentrum von Bergkamen gelegene Flüchtlingstreff soll ein Ort der Begegnung und Beratung werden. „Wir holen mit diesem Standort die Flüchtlinge in unsere Mitte“, sagte der Dekanatsreferent des Dekanates Unna, Ludger Büngener, und meint damit nicht nur die zentrale Lage in der Fußgängerzone am Nordberg. Er sei auch ein beispielhaftes Programm für Integration.

Mit dem Projekt wird zudem eine ganz besondere ökumenische Kooperation gepflegt. Auch das machten die Initiatoren deutlich. Mit dem Sozialpädagogen Joel Zombou stellt der evangelische Kirchenkreis Unna den Flüchtlingen und Ehrenamtlichen des Flüchtlingshelferkreises Bergkamen einen kompetenten Koordinator und erfahrenen Ansprechpartner aus dem Bereich der Integrationsarbeit an die Seite. Selbst als 15-Jähriger aus Kamerun über mehrere Stationen nach Deutschland gekommen, weiß er aus eigener Erfahrung, dass es nicht immer einfach ist, in einem unbekannten Land Fuß zu fassen.

„Es ist unsere Aufgabe, die Ehrenamtlichen so zu unterstützen, wie wir nur können – auch in finanzieller Hinsicht“, hob Neudenberger hervor. Der Pastoralverbund Bergkamen übernimmt den administrativen Part des Projektes und stellt entsprechend die Räumlichkeiten zur Verfügung. Mit 50 000 Euro aus dem eigenen Flüchtlingsfonds unterstützt das Erzbistum Paderborn die Kirchengemeinde St. Elisabeth bei ihrem Engagement für die Anlaufstelle für Flüchtlinge. Damit sei die Miete der Räume für die nächsten fünf Jahre gesichert, so der Seelsorger. „Willkommenskultur ist für die Mitglieder des Flüchtlingshelferkreises nicht nur ein Wort.“ Sie sorgten auch für Taten. „Katholisch, evangelisch, andersgläubig – wir alle ziehen an einem Strang.“ Jeder bringe seine eigenen Kompetenzen und Ressourcen ein, betonte Ludger Büngener mit Blick auf das Zukunftsbild des Erzbistums Paderborn.

Durch den Flüchtlingshelferkreis werde in Bergkamen eine tolle Arbeit geleistet. Da­rauf wies Pastor Volker Jeck, Flüchtlingsbeauftragter des Kirchenkreises Unna, hin. Thomas Sauerwein, Verwaltungsleiter des Kirchenkreises, ist sich sicher: „Bergkamen könnte damit Strahlkraft für den ganzen Kreis haben.“ Als „ein gutes Signal in die Stadt hinein“, beschrieb die Sozialdezernentin Bergkamens, Christine Busch, den neuen Flüchtlingstreffpunkt. „Wir unterstützen das Projekt mit Fördergeldern des kommunalen Immigrationszentrums.“ 

Noch präsentiert sich der Verkaufsraum der ehemaligen Schlecker-Fi

liale kahl und leer. Doch schon in den kommenden Wochen soll dort Leben einkehren und mit Unterstützung von zahlreichen Helfern und Sponsoren eine einladende Begegnungsstätte mit Büro- und Schulungsräumen, gemütlichem Café und evtl. auch Fahrradwerkstatt entstehen. Die offizielle Eröffnung ist Mitte September geplant.

www.fluechtlingshelferkreis-­bergkamen.de;

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