Die Kirche ist unterwegs

Dekanatstag des Dekanates Märkisches Sauerland führte an pastorale und spirituelle Orte

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Die Geschichten, die Ursula Külpmann im Felsenmeer erzählte, regten zum Nachdenken an. Foto: Nückel
veröffentlicht am 15.07.2016
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Menden. Eine „Spirituelle Entdeckungstour“ veranstaltete das Dekanat Märkisches Sauerland am vergangenen Wochenende aus Anlass seines 10-jährigen Bestehens. Beim Dekanatstag ging es an besondere Orte zwischen Balve und Letmathe.

von Matthias Nückel

Nicht ganz alltägliche Töne erklingen im Felsenmeer in Hemer. „Lobet und preiset ihr Völker den Herrn“, singt eine Gruppe von gut 30 Christen im Kanon. Einige Spaziergänger bleiben erstaunt stehen. Die Frauen und Männer aus dem Dekanat sind gekommen, um das Felsenmeer als spirituellen Ort zu erleben. Und das gelingt – auch dank der Geschichtenerzählerin Ursula Külpmann.

Ihre unterhaltsam vorgetragenen Märchen haben Tiefgang. Die Geschichte von der Stein­suppe passt gut zum „Jahr der Barmherzigkeit“ und auch die jüdische Schneidergeschichte regt zum Nachdenken an.

Vor der Fahrt zum Felsenmeer hat die Gruppe schon im Labyrinth in Oberrödinghausen innegehalten und bei einer Führung mit Rudolf Rath das Schloss Wocklum und seine Kapelle besichtigt.

Drei Busse mit insgesamt etwa 100 Teilnehmenden sind an je drei Orte im Dekanat gefahren. Der Sauerlandpark in Hemer mit dem Jübergkreuz und dem Rosengarten sowie der Auferstehungsweg und das Forum St. Pankratius in Iserlohn sind Ziele einer weiteren Gruppe. Der dritte Bus fährt den „Bahnsteig 42“ der Iserlohner Werkstätten, Pfarrer Niemeiers Bienenwiese und das Zentrum der Bahai-Gemeinde in Iserlohn an.

Am Nachmittag treffen sich alle bei den Stadtwerken Menden. Dieser Ort der Energieversorgung sei eine Gelegenheit, über Nachhaltigkeit nachzudenken, sagt Pfarrer Jürgen Senkbeil. Beim Gottesdienst in einer Lagerhalle der Stadtwerke lädt er die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein, „die Ernte dieses Tages einzubringen“. In einer dialogisch geführten Predigt berichten Frauen und Männer über ihre Erfahrungen an den spirituellen Orten im Dekanat.

Pfarrer Senkbeil, der die – von der Gruppe „Klangfarben“ musikalisch gestaltete –Messe mit dem stellvertretenden Dechanten, Pfarrer Andreas Schulte, und den Gläubigen feiert, sagt, an diesem Tag sei aufgegriffen worden, was wesentlich für die Christen ist. Denn die ersten Christen habe man „die des Weges sind“ genannt. Auch in der Bibel seien Menschen immer unterwegs. Und das Unterwegssein sei laut Zweitem Vatikanischen Konzil Wesensmerkmal der Kirche.

Das sich auf den Weg begeben „eröffnet neue Chancen und erschließt neue Horizonte“, betont Senkbeil, der dem Dekanat wünscht, weiter auf dem Weg zu bleiben.

Die Frauen und Männer, die sich auf den Weg gemacht haben, ziehen am Ende des Dekanatstages eine positive Bilanz. „Wir haben Neues erfahren, aber auch die Möglichkeit gehabt, zu uns selbst zu finden“, fasst Pfarrer Jürgen Senkbeil die Stimmung zusammen. Und ein „Mitreisender“ sagt: „Diese Eindrücke sind Geschenke, die einem niemand nehmen kann.“

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