Aus der Sicht Jesu

Geistlicher Glaubensimpuls

veröffentlicht am 08.04.2016
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Zu den Dingen, die sich für einen frommen Christenmenschen selbstverständlich verbieten, gehört es, sich mit Jesus zu vergleichen. Das macht man natürlich nicht!

Wenn man intensiv biblische Geschichten liest, traut man sich alle möglichen Figuren und Rollen zu, findet in allem irgendwas von sich wieder, aber der Herr Jesus bleibt immer ein Gegenüber. Er ist schließlich der Messias, der Sohn Gottes, in allem uns Menschen gleich, außer der Sünde (wofür man ihn manchmal fast bedauern möchte).

Doch wenn man sein eigenes Leben betrachtet, stimmt das gar nicht, ist er eben nicht immer gegenüber. Man findet sich durchaus gelegentlich in Episoden wieder, die so oder ähnlich im Evangelium nachzulesen sind und in denen man sehr wohl in der Rolle Jesu ist: Man wartet ja nicht immer nur auf jemanden – wie wir im Advent auf den Herrn –, sondern manchmal wird man selbst erwartet, was eine wunderbare Erfahrung ist und sei es nur, dass der Zug am Nachbargleis gewartet hat.

Oder man entdeckt unverhofft einen lieben Menschen, der noch in die andere Richtung schaut, und spricht ihn mit Namen an, so wie Jesus Maria aus Magdala am Ostermorgen im Garten. Und die Bereitschaft, sein Leben für einen anderen zu geben, dürfte Eltern sterbenskranker Kinder nicht fremd sein.

Das Evangelium des heutigen Sonntags, zumindest die Langfassung, klingt aus der Sicht des Petrus nach einer Prüfung, was ja per se eine unangenehme Angelegenheit ist. Dreimal fragt Jesus ihn: „Liebst du mich?“ Und dreimal antwortet Petrus: „Ja.“ Warum dreimal? Ist Jesus misstrauisch? Will er es genau wissen, weil er es mit einem Wankelmütigen zu tun hat? Merkwürdig aber, dass er ihm gleich beim ersten Mal die Schafe überlässt. Wenn man sich jetzt kurz traut und die Geschichte aus der Sicht Jesu liest, könnte es auch so klingen: „Petrus, liebst du mich?“ „Ja!“ „Okay, dann weide meine Schafe.“ Kurze Stille. Dann wieder Jesus: „Petrus, es ist so schön, das zu hören. Kannst du es mir noch mal sagen: Liebst du mich?“

Claudia Auffenberg

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