Schneller in den Arbeitsmarkt

Caritas Arnsberg-Sundern sucht neue Wege zur Integration von Flüchtlingen

veröffentlicht am 04.03.2016
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Arnsberg. Der Caritas-Verband Arnsberg-Sundern e.V. sucht intensiv nach neuen Wegen, um die Integration von Flüchtlingen noch besser zu gestalten. Deshalb veranstaltete der Verband in Kooperation mit Christoph Eikenbusch vom Diözesan-Caritasverband Paderborn einen Workshop. Die Idee: In Zusammenarbeit mit lokalen Behörden, Ehrenamtlichen und Unternehmen die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt beschleunigen.

Im vergangenen Jahr haben die Städte Arnsberg und Sundern viele neue Flüchtlinge aufgenommen. Nach der anfänglichen Überforderung hat sich mittlerweile eine gewisse Routine im Umgang mit der neuen Situation etabliert: Vor allem das Ehrenamt ist sehr stark vertreten und unterstützt die öffentliche Verwaltung und das Hauptamt des Caritasverbandes. So ist an vielen Stellen ein gut funktionierendes Patensystem eingerichtet worden. Bedarfslisten werden über soziale Medien organisiert, das Angebot an Sprachkursen wurde ausgebaut.

Doch die eigentliche Herkulesaufgabe steht noch bevor: Die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt. „Erfolgreiche Integration funktioniert nach Überwindung sprachlicher Hürden vor allem über die Arbeit“, erklärte der Caritas-Vorstandsvorsitzende Christian Stockmann. „Wir sehen mit Blick auf den demografischen Wandel den Zuzug der Geflüchteten auch als Chance, um der Entwicklung der kleiner werdenden Bevölkerung entgegenzuwirken und die Region wirtschaftlich zu stärken.“

Grund genug, neue Ideen und Ansätze zum Thema in einem Workshop anzugehen. Vorbereitet und geführt wurde dieser von Stefan Bornemann, dem Geschäftsführer der Führungs- und Organisationsberatung „lead & conduct!“ aus Hövelhof im Kreis Paderborn. Am Ende stand eine Skizze, wie Integration gerade in die Arbeitswelt gestaltet werden könnte.

Christoph Eikenbusch vom Diözesan-Caritasverband begrüßte die Arnsberger Caritas-Initiative und äußerte die Erwartung, „dass aus diesen Überlegungen auch Impulse für andere Regionen entstehen können. Es ist auch ein Zeichen einer guten Unternehmenskooperation“.

Derzeit wollen die zuständige Bundesagentur für Arbeit und die Jobcenter zur Arbeitsintegration der Flüchtlinge sogenannte „Integrationspoints“ aufbauen. „Doch einerseits kommen die Behörden aufgrund der hohen Anzahl der Betroffenen mit der Bearbeitung nicht nach, andererseits kennen sie auch die Fähigkeiten und Kompetenzen der zu vermittelnden Flüchtlinge nicht so gut“, erklärt Caritas-Fachbereichsleiterin Kathrin Gries. „Zumindest nicht so gut, wie die Ehrenamtlichen und die Caritas-Mitarbeiter, die tagtäglich mit der Betreuung der Flüchtlinge betraut sind.“

Dort setzt die Idee an: In enger Zusammenarbeit mit lokalen Behörden, den Ehrenamtlichen und Unternehmen möchte der Caritasverband die Qualifizierung und Arbeitsvermittlung der Flüchtlinge wirkungsvoll unterstützen. In dem Zusammenhang laufen auch seitens der Altenpflegeschule des Caritasverbandes Gespräche mit der Bezirksregierung und der Arbeitsverwaltung, um in diesem Jahr Ausbildungskurse für Flüchtlinge zu ermöglichen. Ein kleiner Baustein zum Erfolg ist auch das Angebot der Caritas, Praktika und Hospitationen der Flüchtlinge in den Einrichtungen zu ermöglichen. Von Anfang an sollen insbesondere auch lokale Unternehmen als Projektpartner gewonnen werden. „Wir wollen die Integration in den Arbeitsmarkt beschleunigen, die Behörden entlasten und den Unternehmen dabei helfen, die Arbeitskräfte zu finden, die wirklich zu ihnen passen“, sagt Thomas Kellermann, der bei der Caritas Arnsberg-Sundern für die Personalentwicklung verantwortlich ist.

Es gebe zwar bereits große Bemühungen, die Flüchtlinge umgehend in die Unternehmen zu bringen, zum Beispiel über Praktika, allerdings müsse dies gut vorbereitet werden, um am Ende Enttäuschungen zu vermeiden. „Genau da wollen wir jetzt zügig gegenwirken – auch damit das derzeitige Engagement der ehrenamtlich tätigen Bürger und die Bereitschaft der Unternehmen nicht durch Misserfolge zurückgehen“, sagt Kellermann.

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