Im Geist gegenseitiger Hilfe

Die brasilianisch-deutsche Initiative Avicres setzt auf Partnerschaft

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Jana Bröckers (rechts) ist zurzeit als Praktikantin bei der brasilianischen Avicres. Ihre Mutter gehörte zu den ersten Freiwilligen der Initiative. Foto: privat
veröffentlicht am 04.03.2016
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Warburg-Germete. Avicres – Abkürzung, Name und Programm: Es ist die portugiesische Abkürzung für „Associacao Vida no Crescmento e na Solidariedade“ und heißt auf Deutsch: „Gemeinschaft für das Leben, damit es wachse in Solidarität“. 1991 gründete der Paderborner Religionspädagoge Johannes Niggemeier die Initiative in Brasilien gemeinsam mit einem brasilianischen Geistlichen. Die deutsche Partnerorganisation entstand 1992. Im Mittelpunkt steht die Hilfe für die arme Bevölkerung – Bildung, Kinderbetreuung, Gesundheitsvorsorge. Das Ziel: Die Armen sollen ihre Rechte einfordern – nach der Idee der „Theologie der Befreiung“.

Zweimal im Jahr kommen die Mitglieder der deutschen Avicres im Landhaus am Heinberg in Warburg-Germete zusammen. Eine Art „Familientreffen“: Mitglieder der ersten Stunde, ehemalige Praktikanten und junge Menschen, die kurz vor ihrer Abreise nach Brasilien sind, um dort ein Jahr Freiwilligendienst zu leisten.

Im Mittelpunkt der Treffen stehen die Entwicklung der brasilianischen Avicres und ein wechselndes aktuelles Thema. Bei der aktuellen Zusammenkunft ging es um die von den Vereinten Nationen 2015 beschlossenen „Ziele nachhaltiger Entwicklung“ und die daraus resultierenden Folgen und Chancen für Nichtregierungsorganisationen.

Der Ort des Treffens ist kein Zufall: Die deutsche Avicres hält engen Kontakt zu den Schwestern von Germete (www.serviam.de). Die 1922 von Pastor Wilhelm Meyer gegründete Gemeinschaft engagiert sich seit einiger Zeit bei der brasilianischen Avicres in der Familienpastoral. Johannes Niggemeier hatte die Schwestern angesprochen. „Die Spiritualität der Familienpastoral, wie sie die Schwestern praktizieren, ergänzt sich perfekt mit unserem Ansatz, Kindern, Jugendlichen und ihren Familien eine Lebensperspektive zu vermitteln“, zeigt er die Parallelen auf.

Aktuell sind drei Schwestern aus einer brasilianischen Provinz der Germeter Schwestern in einem Avicres-Familienprojekt aktiv. Die aktuelle Institutsleiterin in Germete, Schwester Rosemeyre Barbosa Cardoso, stammt selbst aus Brasilien. Auch sie sieht die Zusammenarbeit sehr positiv: „Unser Anspruch, gerade bei denen zu sein, die am Rand der Gesellschaft leben, ist in diesem Projekt lebendig.“

„Dahin zu gehen, wo niemand hingeht“, sei zwar nicht immer einfach, doch das sei letztlich der Auftrag der Schwestern

Ein Weg mit vielen kleinen Schritten – Beratungsgespräche für Mütter oder ein Kurs über die Rechte als Staatsbürger gehören genauso dazu wie Bibeltage für Jungen und Mädchen aus dem Avicres-Entwicklungsprojekt „Lebendige Natur“. „Die Gruppe ist klein, aber beharrlich, und der Geist der gegenseitigen Hilfe ist spürbar“, schreibt eine der Schwestern aus Brasilien.

Andreas Wiedenhaus

Weitere Artikel sowie ein Interview zum Thema finden Sie in der Printausgabe des DOM.

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