Ein Fest der Gnade

Unterhaltsamer ökumenischer Abend in Bad Sassendorf

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Pfarrer Uwe van Raay, Dorothee Merseburger-Zahrnt und Pfarrer Christian Casdorff freuen sich über den gelungenen Abend. (Foto: Körtling)
veröffentlicht am 22.10.2015
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Bad Sassendorf. Pfarrer Uwe van Raay und sein evangelischer Amtsbruder Christian Casdorff begeisterten mit ihrem humorvollen Disput beim jährlichen „Ökumenischen Abend“. Unter dem Titel „Nicht geizen mit der anvertrauten Gnade“ stellten sie das Werk des evangelischen Theologen Heinz Zahrnt vor.

„Ich möchte in meinem Glauben noch gerne so weit kommen, dass ich auf alle Spekulationen über das Wann, Wo und Wie des ewigen Lebens nun endgültig ,um Gottes willen verzichte, und es ihm anheimstelle“. Mit solchen Zitaten des evangelischen Theologen Zahrnt lieferten sich van Raay und Casdorff im evangelischen Mehrgenerationenhaus einen streitlustig wirkenden, doch vor allem erhellenden Disput.

Die rund 80 Besucher waren begeistert: Sowohl durch die unterhaltende Leistung der beiden Priester als auch durch die gut aufbereitete Annäherung an Zahrnt. Dessen große Botschaft von der Gnade Gottes hatte etwas Ansprechendes für alle Gläubigen. Doch war der Theologe, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, durchaus facettenreich und schreckte vor Konfrontationen nicht zurück, wie sein Wort „Wer streitet, sucht die Wahrheit“ belegte.

Nach einer einführenden TV-Dokumentation ergriffen die Amtsbrüder die Initiative. Sie begeisterten, indem sie sich ein katholisch-evangelisches „Duell“ lieferten, und sich so den prägenden Aussagen Zahrnts annäherten. Der Theologe hatte stets eine „Einheit in Vielfalt“ der Christen beschworen. Das berührte ebenso, wie die Aussagen Prominenter über Zahrnt, etwa Siegfried Lenz.

Die Witwe des Theologen, Dorothee Merseburger-Zahrnt, beeindruckte mit Persönlichem: Sie beschrieb das Kennenlernen der „kleinen Buchhändlerin“ und des berühmten Mannes. Als sie ein Paar wurden, habe sie eine Anstellung in dessen Heimat Kiel gesucht. Bald sagte er aber, er könne eher seinen Schreibtisch versetzen als sie ihre Buchhandlung. So zog er, ganz pragmatisch, nach Soest.

Casdorff untermalte die Veranstaltung am Flügel mit Musik von Zahrnts Lieblingskomponisten Bach, Mozart und Schubert. Als bei der abschließenden Andacht in der katholischen Kirche das Lieblingslied des Norddeutschen, „Der Mond ist aufgegangen“, in allen Strophen gesungen wurde, berührte es alle Besucher.

Peter Körtling

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