Eine Million Sterne

Firmreise und Visitation von Weihbischof Matthias König im Emschertal hatte viele Facetten

Weihbischof Matthias König (5. v. l.) besuchte den Arbeitslosenzentrum e. V. und sprach mit Leiter Franz Josef Strzalka (3. v. r.) sowie Vertretern des Vereinsvorstandes. Ebenfalls zu Gast waren Dechant Christian Gröne (4. v. l.), der 1. stellv. Dechant Norbert-Johannes Walter (r.) sowie Dekanatsreferent Heinz Otlips (2. v. l). Fotos: Plamper

 

Castrop-Rauxel/Habinghorst/Herne. Über 800 Kerzen tauchten den Platz vor dem Gemeindezentrum und das Kirchenschiff der St.-Josef-Kirche in heimeliges Licht. Die Caritasverbände Castrop-Rauxel und Herne beteiligten sich wieder an der Aktion „Eine Million Sterne“ von Caritas international. Diese fiel zeitlich mit der Visitation von Weihbischof König zusammen. So war es naheliegend, in einer feierlichen hl. Messe auch die Übergabe der Pastoralvereinbarung an die Pfarrgemeinde Corpus Christi einzubinden.

Stellvertretend für die beiden Caritasverbände übernahm Veronika Borghorst die Begrüßung. „In unserem Dekanat Emschertal führen wir die Aktion zum vierten Mal durch“, erläuterte die Geschäftsführerin. „Die Caritas international unterstützt seit über zehn Jahren Projekte in El Alto/Bolivien, um vor allem Straßenkindern und jungen Frauen zu helfen, eine neue Perspektive für ihr Leben zu finden.“

In seiner Predigt nahm Weihbischof Matthias König die Aktion auf und erzählte auf beeindruckende Weise von Südamerika. Aus dem Flugzeug betrachtet, sähen die schachbrettartig angelegten Städte sehr strukturiert aus. Doch in den Straßen herrsche Chaos und vielfältige Armut. Trotzdem finde dort Kirche statt. „Gott verlässt euch auch in bitterem Elend nicht“, zitierte König frei eine Zeile aus einem schlesischen Kirchenlied.

Außerdem erinnerte er an die „Drei Säulen des Glaubens“, zu denen auch die Caritas zählt. Die Kirche habe eine Weltverantwortung, die eng mit dem pastoralen und karitativen Wirken in Zusammenhang stehe. „Alles im Namen Jesu, des Herrn“, ganz leise und unterschwellig klang das persönliche Leitwort des Seelsorgers und Bischofsvikars für Aufgaben der Weltkirche und Weltmission in den Ausführungen durch.

Nach der Predigt wurde die vom Erzbischof Hans-Josef ­Becker genehmigte Pastoralvereinbarung an die Pastöre, Diakone und Gemeindereferenten übergeben. Im Anschluss an die hl. Messe war Zeit für Begegnung und Gespräch im Gemeindezentrum. Die Kerzen der Aktion „Eine Million Sterne“ konnten gegen eine Spende zur Erinnerung mit nach Hause genommen werden. Der Erlös des Abends einschließlich der Kollekte kommt der Aktion der Caritas international zugute.

Im Rahmen der Visitation besuchte Weihbischof Matthias König auch kirchliche Einrichtungen und Gremien und traf sich zum Gespräch mit Haupt- und Ehrenamtlichen, wie beispielsweise beim Arbeitslosenzentrum Herne e. V., der seit vielen Jahren als pastoraler Ort von den Kirchengemeinden in Herne und Wanne-Eickel sowie von den katholischen Verbänden getragen wird.

Zu Beginn des Besuches informierte Einrichtungsleiter Franz Josef Strzalka gemeinsam mit Vertretern aus dem ehrenamtlich arbeitenden sechsköpfigen Vorstand über das aktuelle Tagesgeschäft. Im Mittelpunkt stehen psychologische Betreuung und Veranstaltungen mit Blick auf die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Ein neues Projekt schließt außerdem eine physiotherapeutische Betreuung mit ein. Unter anderem stellte sich für Weihbischof König die Frage, inwieweit die Arbeitssuchenden selbst ihre Kenntnisse und Fähigkeiten beim ALZ einbringen können. Ein Anstoß, der mit Blick auf das Zukunftsbild an die Berufung erinnerte. Außerdem wurde unter anderem die hohe Arbeitslosenquote in Herne thematisiert sowie über die Einführung des Mindestlohns diskutiert.

Die Firm- und Visitationsreise im Dekanat Emschertal endet eine Woche vor Weihnachten.

Elisabeth Plamper

Diesen Artikel teilen:

Ähnliche Artikel