Zusammen beten, zusammen leben

Diözesanes Fest der Weltkirche zum Monat der Weltmission im Missionshaus Neuenbeken

Getanzte Freude am Glauben: Beim Gottesdienst zur Eröffnung des diözesanen Festes der Weltkirche gab es viele Elemente aus Afrika. (Foto: Wiedenhaus)

 

Neuenbeken/Erzbistum. Solidarität mit den Katholiken in den ärmsten Regionen der Welt – dieses Ziel steht im Mittelpunkt des Monats der Weltmission. „Verkündet sein Heil von Tag zu Tag“ war die diesjährige missio-Aktion zum Sonntag der Weltmission überschrieben. Das diözesane Fest der Weltkirche fand im Missionshaus Neuenbeken statt. Zu Gast war Pater Sylvanus Kessy OSB, der von seiner Arbeit als Priester in Tansania berichtete.

Eine Gruppe von Frauen bewegt sich tanzend und singend durch die Kirche auf den Altar zu, eine von Ihnen trägt ein Buch auf dem Kopf – das Evangelium. Der Festgottesdienst, der den Auftakt zur diözesanen Feier bildete, schlug nicht nur eine Brücke zwischen Afrika und Deutschland, er machte auch deutlich, woran es hier manchmal mangelt, wenn es um den Glauben und seine Verkündigung geht: Die Freude am Wort Gottes kommt zu kurz, vieles wird zur Pflichtübung.

Ein Aspekt, den auch Weihbischof Matthias König in seiner Predigt aufgriff, als er von eigenen Reisen auf dem Kontinent berichtete, bei denen er immer wieder erfahren habe, dass die Kirche in Afrika jung und aktiv sei: „Der Glaube dort ist lebendig und ansteckend, den Menschen steckt das Vertrauen auf Gott im Blut.“

Dass die katholische Kirche in Tansania aber nicht nur auf Emotionen baut, sondern auch Konzepte hat, von der die Gläubigen in Deutschland profitieren können, machte Pater Sylvanus deutlich, als er von seiner Arbeit in der Seelsorge berichtete. „Sonntags­christen“, bei denen sonst „nicht viel passiert“, gebe es auch in seiner Heimat, so der Priester. Um diese Gruppe zu motivieren, habe man die Bildung kleiner christlicher Gemeinschaften gefördert: Familien, Nachbarn und Verwandte kommen tagtäglich zusammen, um gemeinsam in der Bibel zu lesen; immer verbunden mit der Frage, was das Wort Gottes für das eigene Leben und Handeln bedeute. „Der Zusammenhalt unter den Gläubigen ist gewachsen, sie übernehmen viel mehr Verantwortung“, so die Bilanz des Seelsorgers aus Tansania.

Sein Appell an die Zuhörer in der Aula des Missionshauses: „Tun Sie sich in Basisgemeinden zusammen, um zu spüren, was es heißt, Gottes Wort wirklich zu leben!“ Zum Abschluss zitierte er ein Sprichwort seiner Heimat: „Menschen, die zusammen beten, können auch gut zusammen leben!“

Andreas Wiedenhaus

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