Wie Kirche "vielfältiger und weiblicher wird"

„Kirche im Mentoring“: Erzbischof Becker möchte mehr Frauen in Führungspositionen

Die 20 Mentees kommen aus den (Erz-)Bistümern Paderborn(3), Köln(3), Osnabrück(2), Dresden-Meißen(2), Münster(2), Berlin(1), München und Freising(2) und Limburg(2) sowie den Hilfswerken Renovabis(1) und AGIAMONDO(2).

 

Bonn/Paderborn (-haus). Erzbischof Hans-Josef Becker hat sich dafür ausgesprochen, die von der Deutschen Bischofskonferenz benannte Frauenquote für Führungspositionen von 30 Prozent zu steigern. „Wir wollen alles dafür tun, den Anteil von Frauen in Führungspositionen noch weiter zu erhöhen, denn da ist noch Luft nach oben“, erklärte Becker in Bonn. Zugleich wünsche er sich mehr qualifizierte Bewerbungen von Frauen. Der Erzbischof äußerte sich nach einem digitalen Seminar, das den aktuellen Durchgang des Programmes „Kirche im Mentoring“ abgeschlossen hatte.

Das Erzbistum Paderborn ergreife mehrere Maßnahmen zur Steigerung des Anteils von Frauen in Leitungspositionen, betonte Erzbischof Becker. So würden etwa Leitungsstellen mit dem Hinweis ausgeschrieben, dass auch eine Tätigkeit in Teilzeit möglich sei. Zudem könne man abwechselnd im Homeoffice und im Büro arbeiten, und als neues Leitungsmodell gingen erste Führungstandems an den Start. „Führung im Team wird als eine Möglichkeit gesehen; sie ist in den Prinzipien der Organisation im Erzbischöflichen Generalvikariat grundgelegt“, so Becker. Zudem arbeite man daran, „alle Berufsgruppen, besonders auch die pastoralen“, für das Mentoring-Programm zu gewinnen.

Frauen werden sichtbar

„Mit unserem Mentoring-Programm bringen wir die Stimme von Frauen in unserer Kirche deutlich zu Gehör. Frauen, die Leitungsaufgaben in der Kirche übernehmen wollen und können, werden sichtbar“, erklärte die Vorsitzende des Hildegardis-Vereines, Charlotte Kreuter-Kirchhof, in Bonn. „Durch das Mentoring-Programm wird unsere Kirche vielfältiger und weiblicher.“ Für den kommenden, bis 2022 dauernden Durchgang hätten sich mit 64 Frauen so viele angemeldet wie noch nie. Die Vorsitzende betonte: „Wir wollen als Frauen und Männer gemeinsam unser Ziel erreichen, den Anteil von Frauen an kirchlichen Führungspositionen auf 30 Prozent und mehr zu erhöhen.“

Digitales Netzwerken

An der dreitägigen digitalen Abschlussveranstaltung mit Seminaren, Gottesdiensten und gemeinsamen Pausenräumen nahmen insgesamt 60 Personen teil. Ursprünglich war die Veranstaltung in der Katholischen Akademie Schwerte geplant. Zum Online-Festakt hatten die Mentees ihre Vorgesetzten eingeladen und die Projekte vorgestellt, denen sie sich ein Jahr lang gewidmet haben. „In diesem Jahr stellten die Mentees ihre Präsentationen innerhalb kürzester Zeit auf digital übermittelbare Formate um und bewiesen einmal mehr, wie schnell und kompetent sie auf neue Herausforderungen reagieren und agieren können“, erklärten die Projektleiterinnen Alexandra Schmitz und Elena Stötzel. „Die aus der Not geborene Veranstaltung sehen wir als ein Mehrwert des Mentoring-Programmes, weil dadurch digitales Netzwerken erlebbar wurde und digitale Kompetenzen erworben wurden. Die Mitwirkenden können diese Möglichkeit künftig stärker zum Austausch nutzen.“

 

Info

„Frauen steigen auf“

„Kirche im Mentoring– Frauen steigen auf“, das Programm zur Steigerung des Anteils von Frauen in Leitungspositionen in der katholischen Kirche, wird vom Hildegardis-Verein in Kooperation mit der Deutschen Bischofskonferenz für die (Erz-)Bistümer durchgeführt. Es zielt darauf ab, Frauen zu ermutigen, eine Führungsposition innerhalb der katholischen Kirche zu übernehmen. Das Programm will darüber hinaus zu einer geschlechtergerechten Personal- und Organisationsentwicklung beitragen, für den Arbeitsplatz Kirche werben und eine nachhaltige Nachwuchssicherung ermöglichen. Das im Jahr 2015 gestartete Programm ist zukunftsweisend, weil es erstmalig alle Bistümer einlädt, sich zu beteiligen und auf diese Weise bundesweit netzwerkbildend wirkt. Mit dem Vorhaben folgen die deutschen Bistümer einer Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz aus dem Jahr 2013, den Anteil von Frauen in kirchlichen Leitungspositionen zu erhöhen. Bei der Frühjahrsvollversammlung 2019 setzten sich die Bischöfe die Zielmarke, den Frauenanteil in den Leitungspositionen der Diözesen auf ein Drittel und mehr zu steigern. Im Jahr 2023 sollen dazu aktuelle Zahlen erhoben werden. Weitere Infos unter: https://www.kirche-im-mentoring.de/

 

 

Diesen Artikel teilen:

Ähnliche Artikel