„In Ruhe die Lage beobachten“

Franziskanerinnen Salzkotten: Ordensschwestern bleiben vor Ort, Missionare auf Zeit sind zurück

Schwester M. Hiltrud Wacker, hier in einem der sozialen Brennpunkte von Karansebesch, ist mit ihren sechs rumänischen Mitschwestern derzeit von einer Ausgangssperre in Rumänien betroffen.
Foto: Franziskanerinnen Salzkotten

 

Salzkotten (FCJM). Die weltweite Corona-Krise beeinflusst auch die Arbeit der international tätigen Franziskanerinnen aus Salzkotten. Die freiwilligen Missionarinnen und Missionare hat der Orden nach Deutschland zurückgeholt. Die Ordensschwestern bleiben jedoch im ostafrikanischen Malawi sowie in den rumänischen Orten Karansebesch und Temeswar bei den Menschen vor Ort. Alle Schwestern sind aktuell gesund und stehen mit dem Mutterhaus in Kontakt.

Aufgrund der Corona-Krise wurde in der vergangenen Woche die Rückreise der freiwilligen Missionarinnen und Missionare auf Zeit (MaZ) aus den Einsatzländern organisiert. Für 13 junge Menschen, die im August 2019 ihre Einsätze begonnen hatten, bedeutete das einen frühzeitigen Abschied von den Menschen in den Hilfsprojekten der Franziskanerinnen und ihrer Partner in Malawi, Indien, Ost-Timor und West-Timor sowie Rumänien. Das Organisationsteam mit Schwester M. Alexa Furmaniak, Laura Küstermeier und Kathrin Oel organisierte schnellstmöglich die Rückreisen, nachdem das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung alle Entsendeorganisationen dazu aufgerufen hatte. Eigentlich sollten die Einsätze der Missionare auf Zeit noch bis zum Sommer dauern.

Situation in Malawi

Aktuell ist Malawi noch vergleichsweise schwach von der Pandemie betroffen. Die Behörden verordneten aber Maßnahmen gegen eine Ausbreitung der Infektionen und haben die sofortige Schließung aller Schulen, Kindergärten, Universitäten sowie aller Ausbildungsstätten angeordnet. Davon betroffen sind auch der Kindergarten und die Schule für Aidswaisen der Franziskanerinnen. Versammlungen mit mehr als 100 Personen sind aktuell verboten. In den Gemeinden werden Gottesdienste, Prozessionen, Pfarrveranstaltungen und Chorproben abgesagt. „Lebensmittel haben wir in der vergangenen Woche genug eingekauft und wir werden in Ruhe, aber mit aller Vorsicht die Entwicklung im Land beobachten“, berichtet Schwester M. Veronika, die dort mit Schwester M. Klara Lüers und den indonesischen Schwestern M. Raynelda und Schwester M. Flaviana in einer Kommunität lebt.

In Rumänien gilt aufgrund von COVID-19 inzwischen eine weitgehende Ausgangssperre, die durch eine Militärverordnung geregelt ist. Schulen und Kindergärten, darunter auch der Kindergarten der Franziskanerinnen, sind verboten und abgesagt. Eine Schwester, die bei der Caritas arbeitet, lebt inzwischen aufgrund erhöhter Infektionsgefahr innerhalb des Hauses getrennt von der Gemeinschaft.

großer Mangel

Ein großer Mangel herrscht an Desinfektionsmitteln und Handschuhen. Das erschwert die Arbeit der Sozialstation, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter alte und kranke Menschen versorgen. „Wir desinfizieren mit Spiritus und haben Tuica, einen regionalen Schnaps, von Bekannten angefragt, um damit weiterzuarbeiten“, berichtet Schwester M. Hiltrud.

Außer Schwester M. Hiltrud gehören sechs rumänische Schwestern, davon zwei in Temeswar, zur Gemeinschaft der Franziskanerinnen FCJM in Rumänien. Vom spirituellen Leben in der Kommunität berichtet Schwester M. Hiltrud: „Wir beten gemeinsam den Rosenkranz für alle Menschen.“

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