Meilensteintag „Am Hagener Kreuz“

Rund 200 Teilnehmer machten sich im Hagener Heinrich-König-Haus auf den Weg

Hagen. „Kirche wird hier gelebt“ ist das eindeutige Votum der Gottesdienstbesucher in den vier Gemeinden des Pastoralen Raumes „Am Hagener Kreuz“. Kirche geschieht nicht (nur) in Paderborn oder in Rom, sondern ganz konkret vor Ort. Das ist eines der Ergebnisse der Befragungen der Steuerungsgruppe. Weitere Erkenntnisse wurden jetzt im Gemeinde­saal Heinrich-König-Haus in der Heilig-Geist-Gemeinde vorgestellt.

Hauptamtliche Mitarbeiter standen bei der Suche nach dem richtigen Handlungsfeld bereit. Über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren der Einladung zum ersten Meilensteintag gefolgt. Foto: Steinhofer

 

von Meinolf Steinhofer

Befragt wurde auch ein Großteil der Gruppierungen in den beteiligten Gemeinden und Besucher des Gemeindefestes in St. Elisabeth. Hier erhoffte sich die Steuergruppe Antworten von Personen, die nicht regelmäßig den Gottesdienst besuchen. 100 Antworten kamen – von: „Wir wollen Freunde und Bekannte treffen“ bis: „Wir schätzen den Zusammenhalt“. Die etablierten Gruppen in den Gemeinden sorgen sich, dass sie nicht genug Nachwuchs finden. Und sie leiden an mangelnder Wertschätzung. Die Gottesdienstbesucher sind dankbar für die Nähe des Kirchengebäudes und die passende Uhrzeit der Messe. 73 Prozent sind zufrieden, wenn sie die Messe besuchen können. Ihre Antwort: „Ich erlebe hier eine positive christliche Gemeinde.“ 22 Prozent der Gottesdienstbesucher allerdings könnten sich auch eine Mitarbeit vorstellen, wenn man sie ansprechen würde.

Tobias Kleffner und Gunther Landschütz, Berater im pastoralen Raum, steuerten dann am Vormittag Zahlen aus einer überregionalen Untersuchung bei. 16 210 gemeldete Katholiken gibt es in diesem Teil von Hagen – Tendenz fallend. Innerhalb von 20 Jahren ist die Anzahl der Katholiken in den vier Gemeinden um 20 Prozent gesunken. Eine Änderung ist nicht in Sicht. Bis zum Jahr 2030 schätzt man weitere 15 Prozent Verlust in ganz Hagen.

Auch wenn die Zahlen bei den Gottesdienstbesuchern etwas ungenau sind, so gibt es doch einen Rückgang von 59 Prozent in den zurückliegenden 20 Jahren. Ein Punkt in der Statistik lässt allerdings etwas hoffen: „Es gibt eine konstant hohe Zahl von Familien, denen es wichtig ist, dass ihre Kinder den Start ins Leben christlich beginnen“, so
Gunther Landschütz. Er meint damit die rund 100 Familien, die ihre Kinder taufen lassen.

Aufgabe der Steuerungsgruppe ist es laut Pfarrer Dieter J. Aufenanger, „zu schauen und zu steuern“. So wurden am Nachmittag vier Handlungsfelder vorgestellt und zum Mitmachen eingeladen: 1. Evangelisierung: Was müssen wir tun, um unseren Glauben weiter zu entwickeln?
2. Ehrenamt: Wie gelingt es, Formen ehrenamtlicher Tätigkeit zu finden, die unsere Mitmenschen attraktiv finden?
3. Missionarisch Kirche sein: Wie können wir die Vielfalt „pastoraler Orte“ fördern – altbewährte, verschollene, neu gefundene?
4. Caritas und Weltverantwortung: Wie gelingt es uns, die Verantwortung aller für den Erhalt der uns von Gott anvertrauten Welt bewusst zu machen?

Zu jedem Handlungsfeld fanden sich Freiwillige, die sich in nächster Zeit zusammensetzen wollen, um eine Vision für den pastoralen Raum zu entwickeln. Erste Impulse wurden schon im Ple­num vorgestellt. „Es geht los“, war eine Stimme aus dem Teilnehmerkreis und: „Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg.“

Info

Die nächsten Termine im Pastoralverbund:

7.12.2016 in der Gemeinde St. Elisabeth, AG: „Missionarisch Kirche sein“;

12.12. 2016 in der Gemeinde St. Bonifatius, AG: „Ehrenamt“;

12.1.2017 in der Gemeinde St. Bonifatius, AG: „Caritas und Weltverantwortung“;

18.1.2017 in der Gemeinde Hl. Kreuz, AG: „Evangelisierung“.

Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr, eine Teilnahme ist auch ohne Anmeldung möglich.

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