„Integration jetzt!“

Initiativkreis „Mitten in Westfalen“ lud zur Wertekonferenz in die Akademie Schwerte ein

Schwerte (emp/zilla). Im Mittelpunkt der neunten Wertekonferenz stand die Diskussion über Möglichkeiten, Schutzsuchende erfolgreich in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt zu integrieren. Gleichwohl zeigte die Konferenz anhand von Beispielen aus der Praxis konkrete Perspektiven auf und bot den Teilnehmern eine Plattform zum Gespräch und Austausch.

Prälat Dr. Peter Klasvogt: „… Integration ist ein Prozess.“

 

„Integration ist mir ein Herzensthema“, sagte Michael Makiola in seiner Begrüßungsrede. Sie beschäftige die Politik, Gesellschaft bereits seit mehreren Jahrzehnten. So erinnerte der Landrat unter anderem an die großen Einwanderungswellen aus Osteuropa in den 1980er-, die Flüchtlingswellen aus dem ehemaligen Jugoslawien in den 1990er-­Jahren und an die, die 2015/16 Deutschland erreichten. Diese zu bewältigen, wäre nicht möglich gewesen ohne den Einsatz der zahlreichen Ehrenamtlichen, die einmal mehr bewiesen hätten: „Es ist machbar, Menschen aufzunehmen.“

In seinem Impuls zum Auftakt der Konferenz betrachtete Prälat Dr. Peter Klasvogt, Direktor der Katholischen Akademie Schwerte und der Kommende Dortmund, die Inte­gration – insbesondere mit Blick auf das Ehrenamt – als gesamtgesellschaftliche Aufgabe: „Freiwillige Helfer, Organisationen sowie Institutionen müssen Hand in Hand agieren und die Synergien nutzen, um Projekte und Maßnahmen gemeinschaftlich umzusetzen … Integration ist ein Prozess.“

Der Schirmherr der Wertekonferenz, Rainer Schmeltzer, Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, betonte: „Das Ehrenamt ist wegweisend bei der Integration. Aber erst durch die Bündelung haupt­amtlicher und ehrenamtlicher Anstrengungen wird Integration in NRW zu einer tatsächlichen Erfolgsstory. Diese Vernetzung bringt wichtige und wertvolle Synergien.“

Damit Integration erfolgreich gelingen kann, bedarf es manchmal nur eines kleinen Anstoßes und engagierte Menschen am richtigen Platz, wie Hans-Josef Vogel, Bürgermeister der Stadt Arnsberg, als Impulsgeber im anschließenden Podiumsgespräch, am Beispiel der Initiative „Neue Nachbarn in Arnsberg“ deutlich machte. „Flüchtlinge sind auch selbst ehrenamtliche Akteure. Sie haben große Potenziale, sich selbst und anderen zu helfen, aber auch die Arbeit der Verwaltung zu verbessern durch neue Formen der Ko-Planung und Ko-Produktion.“

Asylbewerber Hasan Kha­dam bewies besagte Eigeninitiative und bewarb sich als Ehrenamtlicher bei der Feuerwehr Dortmund. Trotz anfänglicher Sprachbarriere sei er angenommen worden und lerne nun die Technik kennen, erzählte er. Er war gemeinsam mit dem stellvertretenden Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Dortmund, Robert Litschke, der Einladung zum Podiumsgespräch gefolgt.

Das Pilotprojekt „lokal willkommen“ in Dortmund-­Brackel stellten Jörg Süshardt, Fachbereichsleiter des Sozialamtes der Stadt Dortmund, Christoph Gehrmann, Leiter Fachdienst Integration und Migration der Caritas Dortmund, Rebecca Dettling vom Caritasverband Dortmund und Ella Mönch vom Sozialamt vor. Seit Anfang Oktober 2016 betreuen die beiden Mitarbeiterinnen das Beratungsbüro „lokal willkommen“ in unmittelbarer Nähe der Kommende am Brackeler Hellweg. „Politik, Verwaltung und Wohlfahrtsverbände haben viele Ideen und Konzepte zur Integration. Diese passiert aber dort, wo Menschen miteinander leben … Wir können den Rahmen gestalten, unterstützen und ermöglichen.“ Gelingen müsse das Zusammenleben aber vor Ort, fasste Christoph Gehrmann zusammen.

Die Wertekonferenz findet zweimal jährlich in Kooperation mit den beiden kirchlichen Akademien in Schwerte statt. www.mitten-in-westfalen.de

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