03.01.2020

Glaube macht’s möglich

Die Darstellerinnen und Darsteller der lebendigen Krippe auf dem Weihnachtsmarkt in Unna. Foto: Hellweger Anzeiger/Marcel Drawe

Unna (AS). „Schau mal, Mama, eine Krippe“– ein echter Hingucker war auf dem Weihnachtsmarkt in der Fußgängerzone in Unna die lebendige Krippe. Ins Leben gerufen wurde die Aktion von der Gruppe „Mission Possible“, einem Zusammenschluss von Ehren- und Hauptamtlichen, die sich vor gut einem Jahr das erste Mal trafen, um gemeinsam einen Glaubenskurs zu absolvieren.

Pastor Stefan Schmitz und Gemeindereferent Janfelix Müller hatten seinerzeit bei einer gemeinsamen Fortbildung die Idee zu „Mission Possible“. Der Name ist ein Wortspiel und lehnt sich an die bekannte amerikanische Filmreihe „Mission Impossible“ an. Hinter der Bewegung „Mission Possible“ stecken Christen weltweit, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, den Glauben in der Gesellschaft wieder neu ins Gespräch zu bringen und die davon überzeugt sind, dass ihr Auftrag nicht unmöglich ist. Gerade vom österreichischen Beispiel wurden Schmitz und Müller ermutigt, auch im Dekanat Unna eine „Mission Possible“ zu etablieren.

Es sollte sich eine Gruppe finden, die hinausgeht und den Glauben wieder ins Gespräch bringt. Das Projekt begann mit einem Glaubenskurs. Die Teilnehmer tauschten sich untereinander aus und es gab jede Menge Informationen. Dadurch bestärkt fand sich dann die heimische „Mission Possible“, der zum jetzigen Zeitpunkt neben Schmitz und Müller noch Günther Räcker, Klausdieter Herb, Michael Wrede, Annika Husarek, Jelena Gapski und Edgar Terhorst angehören. Als erste Aktion nahm sich die Gruppe einen Besuch in einem sozial prekären Stadtteil vor. Vor Ort besuchten die „Missionare“ die Haushalte und zeigten den Menschen so, dass Kirche sie nicht vergessen hat. Bei den Besuchen, die sich über mehrere Wochen erstreckten, hatten die Gruppenmitglieder stets ein offenes Ohr für die Anliegen und Wünsche der Menschen vor Ort.

Als zweite Aktion positionierte sich „Mission Possible“ mit einem Stand in der Unnaer Fußgängerzone. Dort weckte die Gruppe das Interesse der Passanten, indem sie Waffeln verschenkte, und sie dann bat, den Satz „Kirche in Unna ist für mich…“ zu vervollständigen. Hauptsächlich ältere Passanten ließen sich darauf ein, den Satz fortzuführen. Aller guten Dinge sind drei, dachte sich die Gruppe nun und stellte die lebendige Krippe „auf die Beine“. In kleinen Gruppen, bestehend aus der heiligen Familie mit der schwangeren Maria, den Hirten, den Engeln und den Heiligen Drei Königen, positionierten sich die lebendigen Krippenfiguren nachmittags zwei Stunden lang auf dem Weihnachtsmarkt und wechselten in regelmäßigen Abständen immer ihre Standorte beziehungsweise nahmen gemeinsam Aufstellung auf dem Marktplatz.

Zwischen gebrannten Mandeln und Glühweinbuden war die Krippe ein echter Hingucker. Der stille Impuls in der hektischen und stressigen Vorweihnachtszeit, in der vielerorts Besinnlichkeit auf die eigentliche Bedeutung des Festes abhandengekommen ist und lediglich Konsum herrscht, wurde von sehr vielen Weihnachtsmarktbesuchern registriert. Viele blieben stehen, schauten, sprachen über die Gruppe und zückten das Smartphone, um schnell ein Foto zu machen. Auch staunten Erwachsene: „Woher kommt ihr?“ und „Was macht ihr?“ wurde unzählige Male gefragt.
Bei den bisherigen drei Aktionen soll es keinesfalls bleiben, stattdessen sind weitere geplant. Eventuell soll die nächste zu Ostern stattfinden und auch eine Wiederholung der lebendigen Krippe ist nicht ausgeschlossen. Über weitere Aktive in ihren Reihen würde sich die Gruppe freuen. „Wir sind offen für weitere Leute“, so Janfelix Müller, der selbst bei der lebendigen Krippe in die Rolle eines Engels schlüpfte.

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