Geteiltes Leid, geteilte Freud

Kolping-Entwicklungshilfeverein im Bezirk Wiedenbrück feiert 25-jähriges Bestehen

Rheda-Wiedenbrück/Güters­loh (wl). Vor 25 Jahren, im Januar 1992, wurde im Kolpingheim Rheda von 22 Personen der Entwicklungshilfeverein im Kolping-­Bezirksverband Wiedenbrück gegründet. Seinerzeit setzten sich alle Kolpingsfamilien aus dem Bezirksverband zusammen, um gemeinsam den Menschen zu helfen, die in absoluter Armut leben.

Im Jubiläumsjahr hoffen (von links) Christian Schlingschröder, Margret Lüers, Herbert Rohkämper, Dietmar Esken und Heinz Pollmeier weiterhin auf frischen Wind für ihre Projekte. Foto: Leskovsek

 

Dabei geht es insbesondere um die Entwicklungshilfe. Zunächst ausschließlich in Mexiko, später auch in anderen Staaten Mittelamerikas. Die Vermarktung des fair gehandelten Kaffees in der Region ist ein Stück weit der Erfolg des Entwicklungshilfevereines.

In diesem Jahr feiert der Entwicklungshilfe e.V. sein 25-­jähriges Bestehen und blickt mit Stolz zurück auf das, was bisher erreicht wurde. Bislang konnten mit 910 000 Euro 65 Projekte finanziert werden. Dabei hat der Verein mit seinen 17 dazugehörigen Kolpingsfamilien und 100 Einzelpersonen nicht nur den armen Menschen auf der Welt geholfen, sondern vielmehr auch das Verantwortungsbewusstsein für die Entwicklungshilfe geweckt. Der Verein fördert konkrete Projekte als „Hilfe zur Selbsthilfe“, um neue Erwerbsmöglichkeiten für die verarmte Bevölkerung zu schaffen. Ergänzend dazu gibt es Kurse zum Schulabschluss und zur beruflichen Weiterbildung, damit die Menschen in den armen Ländern dauerhaft eine Chance haben, ihre Familie zu ernähren und Bildung zu erfahren. Durch die Hilfen ist es in vielen Orten möglich geworden, dass die Kinder zur Schule gehen können und nicht schon in jungen Jahren auf dem Feld arbeiten müssen.

„Die Partnerschaft mit den Entwicklungsländern bedeutet für uns aber auch, dass wir unsere eigenen Konsumgewohnheiten überdenken“, erklärt Gründungsmitglied Dietmar Esken. Jedes Jahr übernimmt eine Kolpingsfamilie aus dem Bezirksverband die Verantwortung für die Partnerschaftsarbeit. Aus dem vom Kolpingwerk Mittelamerika erstellten Projektkatalog wird ein Projekt ausgewählt und die verantwortliche Kolpingsfamilie führt mit seinen eigenen Aktionsideen durch das Jahr. Das können Sammlungen sein, Familienfeste, Seminare, Trödelmärkte oder andere Dinge, um konkret Gelder zu sammeln. Im Jubiläumsjahr haben sich nun alle Kolpingsfamilien bereit erklärt, mindestens eine Aktion zugunsten der Entwicklungshilfe zu organisieren: für den Bau eines kleinen Berufsförderungszentrums in Managua und die Renovierung der „Colegio-Adolfo-Kolping-Schule“ in Masaya, Nicaragua. Einige Aktionen wie eine Krippenausstellung, eine Apfelsinen- und eine Tannenbaumaktion sind bereits gelaufen. Andere Angebote wie beispielsweise Staudentausch, Spießbratenfest, Gänseköppen, Sponsorenmarsch, Weinfest oder Tortenschlachten stehen noch das Jahr über aus. Zudem werden Bausteine zum Preis von einem Euro bei den Veranstaltungen zum Kauf angeboten, die an einer großen Abschlussverlosung teilnehmen. Am 25. November 2017 ist im Saal Wimmelbücker in Druffel die große Abschlussveranstaltung, bei der auch das Ergebnis bekannt gegeben wird. „Unser Ziel ist, rund 40 000 Euro zusammenzubekommen“, erklärt der erste Vorsitzende Heinz Pollmeier, der gerade erst für weitere drei Jahre im Amt bestätigt wurde. Für den Vorstand des Vereines ist das Wir-Gefühl wichtig und dass sich junge Menschen schon früh mit den Problemen in der Welt auseinandersetzen. Sie handeln ganz nach den Vorsätzen Adolph Kolpings: „Wenn man Freud und Leid miteinander teilt, wächst man zusammen.“

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