Franziskaner nehmen im Juni Abschied

Genossenschaft hat sich gegründet: Klostergebäude und -garten in Wiedenbrück sollen offen bleiben​​​

Nach mehr als 370 Jahren ist Schluss: Am 28.Juni verabschieden sich die Franziskaner aus Wiedenbrück.
Foto: Wiedenhaus

 

Rheda-Wiedenbrück (-haus). Als das Provinzkapitel der deutschen Franziskaner im vergangenen Jahr die Entscheidung traf, das Wiedenbrücker Kloster zu schließen, war von einem „zeitnahen“ Weggang die Rede. Jetzt gibt es einen konkreten Termin: Der Abschiedsgottesdienst ist für Sonntag, 28.Juni, um 15.00 Uhr geplant.

„Die Schließung des traditionsreichen Klosters nach über 370 Jahren ist auch für uns Franziskaner eine schmerzliche Zäsur“, heißt es in einer Pressemitteilung der Provinzleitung. 1644 hatte der Osnabrücker Fürstbischof Franz Wilhelm von Wartenberg den Minderbrüdern die Seelsorge an der Marienkirche übertragen. Seitdem gab es, mit einer kurzen Unterbrechung im Kulturkampf, eine durchgehende franziskanische Präsenz in der Stadt an der Ems. „An wenigen anderen Orten sind wir so eng mit der Bevölkerung der Stadt und des Umlandes verbunden wie gerade in Wiedenbrück“, schreibt Provinzialminister Br.Cornelius Bohl: „Dennoch sahen wir uns gezwungen, neben anderen Niederlassungen auch das Kloster in Wiedenbrück aufzugeben.“

Dem Entschluss vorangegangen war das „Projekt Emmaus“, ein zweijähriger Zukunfts- und Strukturprozess. Dabei, so Br.Cornelius Bohl, sei klar geworden, dass es aufgrund der personellen Situation leider radikaler Einschnitte bedürfe, wenn künftig eine deutlich kleinere Zahl von Brüdern ihre franziskanische Berufung gerne und verantwortlich leben solle. In den letzten Monaten haben sich die Franziskaner aus Köln, Werl und Neviges verabschiedet, neben Wiedenbrück werden dieses Jahr auch die Konvente in Halberstadt und Berlin-Wilmersdorf geschlossen.

Ein Lichtblick

Allerdings sieht die Ordensleitung auch einen Lichtblick: Engagierte Frauen und Männer aus Wiedenbrück haben eine Genossenschaft gegründet, die es sich zum Ziel gesetzt hat, das Klostergebäude einschließlich Jugendgästehaus und den Klostergarten auch künftig als einen Raum für bürgerschaftliche, spirituelle und kulturelle Begegnungen offen zu halten. Br.Cornelius Bohl: „Auch nach unserem Weggang soll dieser traditionsreiche Ort Menschen zusammenführen, Jugendarbeit ermöglichen und so fest in der Bevölkerung verankert bleiben. Wir freuen uns sehr über diese Initiative und hoffen, dass auf diese Weise unserem Kloster eine gute Zukunft gesichert werden kann.“

 

 

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