Einsatz für die Menschlichkeit

Die ehrenamtliche Essensausgabe an Flüchtlinge durch die Caritas Lippstadt endete emotional

Der letzte Tag im Dienst der Flüchtlinge war für die Ehrenamtler sehr emotional. Spontane Umarmungen, gemeinsame Handy-Fotos und manche Träne zeigten die Dankbarkeit dieser Menschen.

 

Lippstadt. Als in Lippstadt den Flüchtlingen geholfen werden musste, startete die Caritas einen öffentlichen Aufruf. Zahlreiche Menschen folgten und dieses ehrenamtliche Projekt endete als großer Erfolg.

Schnelle Hilfe wurde benötigt und die Nächstenliebe übertraf alle Erwartungen: Die Caritas Lippstadt hatte Ende September überall Aufrufe veröffentlicht, in denen die Menschen aufgefordert wurden Flüchtlingen zu helfen. Die Frage lautete: „Wer hat Zeit und Lust, sich ehrenamtlich bei der Essensausgabe in der Notunterkunft im Lippe-Berufskolleg zu engagieren?“ Das Echo war überwältigend! Diese Aufforderung wurde von insgesamt 165 Männern und Frauen jeden Alters positiv beantwortet. So gab es keine Not, und Koordinatorin Annette Witteborg-Voss konnte, dank der leistungswilligen Ehrenamtler, für dreieinhalb Wochen beim Aufstellen der Dienstpläne aus dem Vollen schöpfen. Jetzt endete der ehrenamtliche Einsatz, denn am 19. Oktober ging die Essens­ausgabe an die Malteser mit ihren hauptamtlichen Kräften über. Das Team der Helfer, das am letzten Einsatztag der Caritas Butter- und Brötchentüten packte, Eier ausgab und Kaffee ausschenkte, wurde von Mitarbeitern des Kreises mit großem Dank verabschiedet. Sabine Durben, die als Hauswirtschafterin in der Caritas-Tagespflege St. Hildegard Lippstadt arbeitet und als Ehrenamtliche oft im Einsatz war, erhielt als Dankeschön einen Blumenstrauß.

Die asylbegehrenden Gäste in der Einfachhalle des Berufskollegs bemerkten natürlich schnell, dass die ihnen vertrauten Menschen gerade verabschiedet wurden. Die spontanen Reaktionen der Flüchtlinge waren überwältigend: „Es gab viele Umarmungen für das Frühstücksteam, es wurde fotografiert und es flossen sogar Tränen“, berichtete Witteborg-Voss später. Sie selbst hatte zuvor alle ehrenamtlichen Mitarbeiter über den Wechsel, und das damit einhergehende Ende des Freiwilligendienstes in der Essensausgabe schriftlich informiert. Als nun der letzte Einsatztag abgeschlossen war, überwogen bei ihr Freude und tiefe Dankbarkeit. „Ich freue mich, dass ich viele von Ihnen persönlich kennengelernt habe“, sagte die engagierte Frau und ergänzte, sie sei begeistert von diesem freiwilligen Engagement.

Der weitere Ablauf in der Einrichtung ist klar geregelt: Die Malteser übernehmen zunächst den Bereich der Essens­ausgabe und arbeiten an dieser Stelle nur mit haupt­amtlich eingestellten Kräften. In den folgenden drei Wochen werden dann alle Bereiche von den Maltesern übernommen. Wenn alle Veränderungen durchgeführt worden sind, werden sie die Situation analysieren und der Caritas mitteilen, in welchen Bereichen noch Ehrenamt sinnvoll und wünschenswert ist. „Diese Informationen werde ich Ihnen und den anderen Ehrenamtlern dann zukommen lassen“, sagte Witteborg-Voss. Insgesamt zieht sie ein sehr positives Resümee, denn sie schreibt: „Wir gemeinsam können uns beruhigt aus diesem Projekt zurückziehen. Wir haben innerhalb kürzester Zeit gemeinsam mit Ihnen eine kleine funktionierende Einheit aufgebaut. Jeder brachte seine Fähigkeiten und Fertigkeiten mit ein. Wir konnten schnell auf neue Situationen reagieren, und das fast täglich. Liebe ehrenamtliche Mitarbeiter, der Dank gebührt Ihnen. Der Erfolg des Projektes lag in Ihren Händen. Der Vorstand und die Koordinatoren des Projektes der Caritas im Kreis Soest bedanken sich sehr herzlich.“

Das ehrenamtliche Engagement in der Notunterkunft soll damit nicht insgesamt beendet sein. Nach einem Gespräch zwischen Caritas-Fachbereichsleiterin Burgis Korte und Einrichtungsleiter Heinz Heineke von den Maltesern wurden die engagierten Frauen und Männer darüber informiert, in welchen Bereichen jetzt schon der Wunsch nach weiterem Engagement besteht: In der Kinderbetreuung, der Essensausgabe, der Unterstützung des Hausmeisters und in der Waschküche werde Hilfe benötigt. (Informationen unter Telefon 01 60/ 96 97 92 36).

Für Oliver Früchtenicht, Fahrdienstleiter bei der Caritas, geht der Einsatz zugunsten der Flüchtlinge, allerdings als hauptamtlicher Mitarbeiter, weiter. Der Bitte des Kreises folgend, hat die Caritas am 25. September 2015 die Organisation und Durchführung des Fahrdienstes übernommen. Ob Fahrten zur Registrierung nach Herford, Fahrten zur Kleiderkammer, Fahrten zu Ämtern oder Arztpraxen, alles wird von ihm und seinem Team organisiert.

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