Einen Mundschutz selbst nähen

Große Do-It-Yourself-Bewegung: Caritas-Konferenzen rufen ihre 16300 Ehrenamtlichen zur Hilfe auf

Die Nähkurse, die sie sonst gibt, fallen im Moment aus: Schwester Hiltrudis von den Missionsschwestern vom Kostbaren Blut in Neuenbeken beim Mundschutz-Nähen. Foto: Missionsschwestern

 

Paderborn (-haus). Schutzmasken sind ein knappes Gut und kaum zu bekommen. Dieser Mangel hat eine große Do-It-Yourself-Welle ausgelöst: Überall wird zu Stoff, Schere und Nähmaschine gegriffen, um Schutzmasken selbst herzustellen. Anleitungen dazu gibt es reichlich.

Auch wenn er nicht die medizinischen Erfordernisse von Filter-Masken, wie sie in Krankenhäusern und Quarantäne-Stationen verwendet werden, erfüllt, kann ein selbst genähter Mund-Nasen-Schutz durchaus sinnvoll sein– etwa für in der Pflege Tätige sowie für Angehörige oder Helferinnen und Helfer, die in Kontakt stehen mit älteren und abwehrschwachen Menschen, etwa weil sie für sie einkaufen.

Gerade haben die Caritas-Konferenzen (CKD) im Erzbistum Paderborn ihre Ehrenamtlichen dazu aufgerufen, Schutzmasken zu nähen. „Viele CKD-Mitarbeiterinnen können nähen und haben Zeit“, sagt die CKD-Diözesanvorsitzende Helga Gotthard. Zu den Caritas-Konferenzen im Erzbistum Paderborn gehören 722 Gruppen mit rund 16300 Ehrenamtlichen.

Erzbischof ist dankbar

Unterstützung für die Aktion kommt von Erzbischof Hans-Josef Becker: „Ich bin von Herzen dankbar für die Aktion der Caritas-Konferenzen und begrüße sie ausdrücklich!“, sagt er und wünscht sich, dass sich möglichst viele Ehrenamtliche daran beteiligen: „Das Tragen einer Mundschutz-Maske kann in der gegenwärtigen Situation ein wichtiges Signal dafür sein, dass ich die Gesundheit meiner Mitmenschen achte!“

„Ich finde die Idee gut, dass die Caritas-Konferenzen die professionelle Pflege unterstützen“, sagt auch Hartmut Claes, Vorsitzender der diözesanen Arbeitsgemeinschaft der katholischen Alten- und Gesundheitshilfe im Erzbistum, die 125 ambulante Pflegedienste, 122 Altenheime und 76 Tagespflegen vertritt. Angesichts der Knappheit der Schutzmasken könnten Pflegedienste und Altenheime Hilfe gebrauchen. Er empfiehlt, bei den örtlichen Caritasverbänden den Bedarf zu erfragen.

Für das korrekte Nähen eines Mund-Nasen-Schutzes verweisen die Caritas-Konferenzen im Erzbistum Paderborn auf eine Anleitung, die die Stadt Essen veröffentlicht hat.

 

Info: Wie ein Mundschutz hilft

Entgegen der weitverbreiteten Ansicht, sich durch einen Mundschutz selbst zu schützen, dient dieser in Wirklichkeit dem Schutz anderer Menschen. Laut dem Virologen Christian Drosten reicht ein einfacher Mundschutz aus, das Verbreiten von groben Tröpfchen zu verhindern: Die Masken können also eine Wirkung im unmittelbaren Nahbereich haben und auch Schutz bieten, wenn ältere Menschen zum Beispiel selbst einkaufen gehen. Nach jedem Tragen soll die Maske bei 90 Grad in der Waschmaschine gewaschen oder auf dem Herd in einem Wasserbad fünf Minuten ausgekocht werden. Ein komplett selbst gefertigter Mundschutz sollte nur eigenverantwortlich genutzt werden, denn die Wirksamkeit ist nicht garantiert.

 

 

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