„Eine Stimme, die gehört wird“

Bemerkenswerte 90 Jahre – kfd Hagen-Halden feierte Jubiläum

Christiane Bause, Cornelia Goßmann, Mechthild Hortebusch, Barbara Pieper und Eveline Ryssel (v.li.) bilden zusammen mit Präses Ansgar Hester das Leitungsteam der kfd in Hagen-Halden.

 

Hagen. Ihr 90-jähriges Bestehen feierte jetzt die Katholische Frauengemeinschaft (kfd) in Hagen-Halden. Dabei gab es einen Blick zurück und nach vorn.

von Meinolf Steinhofer

Anneliese Picht, Mitglied im Vorstand bzw. Leitungsteam der kfd Halden in den Jahren 1976 bis 2014, berichtete im Gemeindesaal von Hl. Kreuz über die langjährige Geschichte des „Netzwerkes, das Frauen bereichert“. Sie habe „immer in dieser Gemeinde gelebt“ und so sind ihr die Erinnerungen und Erzählungen vom Anfang der Frauen- und des Müttervereins bekannt. Sie selbst wurde von Vertreterinnen des Müttervereins geworben, da war sie noch gar keine Mutter.

Anhand alter Fotos erzählte sie Episoden aus der Gemeinschaft. „Es gibt keine Aufzeichnungen“ stellte sie zu Beginn fest. Mit der Gründung der Kirchengemeinde 1926 schlossen sich die Frauen zusammen – zum Mütterverein. „Sie knüpfen hier vor Ort ein Netz, das Frauen trägt“, so der Präses Ansgar Hester. Die Vereinszeitschrift wurde an die Mitglieder verteilt, und die Austrägerinnen erfuhren so von freudigen Ereignissen, aber auch von Not und Krankheit. Im Helfen, Heilen und Lindern sahen die Frauen ihren Auftrag. „Bis heute sind das auch die Aufgaben der kfd“, ist die langjährige Leiterin überzeugt. „Zur hl. Messe und zu Andachten trafen sich die Frauen, dann war Gelegenheit zu Gesprächen und Beratungen.“ Denn „damals gab es so gut wie keinen Anwalt, bei dem die Frauen sich Rat holen konnten.“

1939 wurde die öffentliche Verbandsarbeit verboten. Nach dem Krieg kam dann die Zeit des Aufbruchs. Die kfd wurde der größte Verein der Bundesrepublik mit einer Million Mitgliedern. Als Anneliese Picht die Leitung übernahm, gab es vor Ort 110 Mitglieder, heute sind es 64. Seit 1993 wird die Gemeinschaft „die trägt“, wie ein Festredner feststellte, von einem Team geführt. 2014 übernahmen Jüngere die Leitung.

Zu den regelmäßigen Angeboten zählen die Sommerfahrt und jeden ersten Montag im Monat eine Frauenmesse. Das Veranstaltungsprogramm verweist in diesem Jahr u. a. auf einen Oasentag im Bergkloster Bestwig. Besonderes Kennzeichen dieser Gruppe ist ihre ökumenische Ausrichtung. Die Gemeinschaft in Hagen-­Halden versteht sich als Teil einer größeren Bewegung. So gibt es aktive Mitarbeit im Dekanat und man beteiligt sich an den Diskussionen der Bundesebene über die Themen häusliche Gewalt, Mütterrente, faire Woche oder das Diakonat der Frau.

Roman Hortebusch, als Vertreter vom Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand, stellte im Grußwort fest: „Frauen denken anders und Frauen gehen Probleme anders an.“ Für ihn ist die kfd vor Ort „in der Gemeindearbeit unverzichtbar.“ Und mit Blick auf die politische Wirkung hatte Präses Ansgar Hester in der Predigt bereits festgestellt: „Die kfd ist eine Stimme, die gehört wird.“

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