Besuche trotz Coronavirus

Wiedersehen in Seniorenheimen ist mit Einschränkungen wieder möglich

Regina Behr (links) und ihre Mitarbeiterin freuen sich über etwas mehr Normalität durch die Besuche. Foto: Körtling

 

Hamm. Nach Wochen der Abriegelung aufgrund der Corona-Pandemie sind die Besuchsmöglichkeiten in Seniorenheimen wieder gegeben. Unter Einhaltung besonderer Hygienemaßnahmen können die Familien ihre Eltern und Großeltern wieder besuchen. Die Unsicherheit bei den Einrichtungen ist offenbar immer noch groß, denn zahlreiche Heime verweigerten sich noch einem Besuch durch den Dom.

Das Reginenhaus in Rhynern ist da eine positive Ausnahme: Einrichtungsleiterin Regina Behr erklärte, wie Sicherheit und größtmögliche menschliche Nähe in der Einrichtung der Schwestern der Heiligen Maria Magdalena Postel (SMMP) zusammengeführt werden. „Nachdem wir aus den Nachrichten von dieser Möglichkeit erfahren haben, hatten wir nur zwei Tage Zeit, um zum Muttertag alles sicher umzusetzen“, sagt Behr.

Um das Haus selbst, in dem immer noch Quarantäne herrscht, weiter sicher zu halten, wurden im Garten zwei geschlossene Pavillons mitsamt Tischen, Stühlen und einer transparenten Kunststoff-Abtrennung zwischen Bewohnern und Angehörigen errichtet.

"Treff-Zelte" für Begegnungen

Das Händewaschen und -desinfizieren auch der Angehörigen wurde sichergestellt und Behr selbst informierte die Verwandten der 71 Bewohner. Dann begann die Phase der Terminvereinbarungen, damit die Mitarbeiter die Bewohner zur vereinbarten Uhrzeit zu den „Treff-Zelten“ geleiten können.

Das ist auch deshalb wichtig, da das Reginenhaus, selbst nach einigen Lockerungen, für Besucher weitestgehend gesperrt ist. Ausnahmen ermöglichen die Mitarbeiter nur in wirklich dringenden oder notwendigen Fällen: „Etwa, wenn Therapeuten zu ihren Patienten kommen müssen“, erklärt Behr.

Die Bedeutung menschlicher Zuwendung sei ihnen allen bewusst und so werden, nach vorheriger Absprache, selbst die Besuche bei bettlägerigen und auch sterbenden Bewohnern ermöglicht. „Da ist der Aufwand natürlich ungleich höher und beinhaltet die volle Schutzausrüstung, vom Mundschutz über Handschuhe bis zum Kittel über der privaten Kleidung“, so Behr. Natürlich ist das alles nicht vergleichbar mit der Situation vor Corona, aber 99 Prozent unserer Bewohner sind glücklich über diese Möglichkeit, so Behr.

Glückliche Bewohner

Ein Angehöriger, dessen Mutter erst relativ kurz im Reginenhaus wohnt, ist Friedrich Kulke. Vor wenigen Monaten ist die alte Dame, unmittelbar nach einem Reha-Aufenthalt, dort eingezogen. Nach der ersten Eingewöhnung sei sie nun wirklich angekommen: „Sie blüht hier richtig auf, fühlt sich wohl und sagt selbst, sie möchte hier wohnen bleiben“, berichtet Kulke. Sie stamme aus dem Ortsteil, kenne viele ihrer Mitbewohner und freue sich über das herzliche, aufmerksame Personal. Auch die eingeschränkten Besuchsmöglichkeiten nach der Quarantäne genieße sie sehr. „Sie versteht die Notwendigkeit und erklärt, es sei halt wie es ist“, so Kulke.

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