Aus 750 „Talenten“ wurden über 4 000

Biblische Aktion in Menden war ein voller Erfolg – auch in der Außenwirkung

Menden. Mit einem symbolträchtigen Gottesdienst zum Erntedankfest wurde die Talent-Aktion in der Mendener Walburgis-Gemeinde abgeschlossen. Die Initiative war in vielfacher Hinsicht ein großer Erfolg.

Eine Tafel im Eingang der Walburgiskirche wies auf die Aktion hin. Foto: Nückel

 

von Matthias Nückel

„Diese Aktion hat gezeigt, dass die Kirche mehr ist, als am Wochenende zum Gebet zusammenzukommen. Sie hat bewiesen, dass die Kirche auch nach außen hin wirkt“, betonte der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Markus Kemper. Gemeinsam mit der Vorsitzenden der Caritas-Konferenz, ­Elisabet Adler, stellte er die Ergebnisse der Initiative vor. Und diese konnten sich sehen lassen.

Begonnen hatte die Initiative Anfang September. Es wurden 170 „Talente” in Form von 5 Euro ausgegeben. Die Empfänger sollten diese – gemäß dem biblischen Gleichnis – verwalten. Ganz ohne Kritik blieb dies nicht. Gegner der Aktion bemängelten, dass die Kirche so viel Geld einfach „verschenkt“.

Doch am Ende wurden auch die Kritiker überzeugt. Denn niemand behielt das Geld für sich, sondern alle Beteiligten vermehrten es. Die Aktionen waren vielfältig und bunt. Es wurden zum Beispiel Kuchen gebacken, Frikadellen gebraten, Socken gestrickt, ein Skatturnier und ein Benefizcafé veranstaltet, berichtete Elisabeth Adler. Die Jungschützen beteiligten sich ebenso wie eine komplette Schule. Und Pfarrer Jürgen Senkbeil radelte mit gutem Beispiel voran. Er nahm in seinem Urlaub an einem Fahrradmarathon teil und erfuhr für jeden Kilometer einen Euro.

Am Ende wurden 4 175 Euro erwirtschaftet. Diese sollen nun einem guten Zweck zukommen. Pfarrgemeinderat und Caritas-Konferenz werden darüber beraten. „Wir konnten ja nicht schon vorher das Geld verteilen, weil wir nicht wussten, wie viel es wird”, erläuterte Markus Kemper.

Die Talent-Aktion hatte jedoch einen noch tieferen Sinn. „Es ging nicht darum, einfach nur Geld zu spenden”, sagte Elisabeth Adler. „Vielmehr mussten alle überlegen, wie sie die Talente einsetzen. Man musste Zeit und Energie aufwenden und andere anspechen, mitzumachen.“ Auch das gelang hervorragend. Über 1 000 Menschen waren es am Ende, die sich für die Talent-­Aktion engagierten. Eine breite Medienberichterstattung sorgte zusätzlich dafür, dass die Walburgis-Gemeinde in aller Munde war.

„Diese Aktion hat uns wachgerüttelt“, zeigte sich Elisabeth Adler überzeugt. Und noch eines sei deutlich geworden: „Jesus ist immer an unserer Seite. Es liegt an uns, was wir daraus machen.“

Pfarrer Senkbeil dankte am Ende des Gottesdienstes den Organisatoren der Talent-Aktion, dass sie Mut gehabt und auch Kritik ertragen hätten. „Sie haben gezeigt, dass wir etwas erreichen können, wenn wir zusammenhalten und zusammenarbeiten“, betonte Senkbeil.

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