Veränderungswille und Selbstkritik

Christen sollten angesichts der Fülle von gleichzeitigen Krisen und Kriegen nicht resignieren, sondern den schlechten Nachrichten positive Taten entgegensetzen, so der Tenor.

In der Begegnung von Jung und Alt, im Miteinander von Altem, Bewährtem sowie Jungem und Neuem stecke „viel Segen“, unterstrich der Paderborner Diözesanadministrator Monsignore Dr. Michael Bredeck am Silvesterabend im Hohen Dom in der Jahresabschlussmesse.
veröffentlicht am 02.01.2024
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Die katholischen Bischöfe haben zum neuen Jahr dazu aufgerufen, verkrustete Strukturen aufzubrechen und Veränderungen zu ermöglichen.

Bonn/Paderborn (KNA/-haus). Christen sollten angesichts der Fülle von gleichzeitigen Krisen und Kriegen nicht resignieren, sondern den schlechten Nachrichten positive Taten entgegensetzen, so der Tenor.

Die kirchlichen Silvestergottesdienste standen in diesem Jahr im Schatten möglicher Anschlagspläne auf den Kölner Dom. Die Jahresabschlussmesse in der Kathedrale fand unter starken Sicherheitsvorkehrungen statt. In seiner Predigt rief Woelki zu Mitmenschlichkeit und Zusammenhalt auf. Das Gebot der Stunde sei es, „zusammenzustehen für eine menschenfreundliche, demokratische, nachhaltige, soziale, gerechte und solidarische Gesellschaft“. Angesichts vieler Kriege und Krisen sowie Gefährdungen durch Gewalt, Terror und Hass sei dies „gar nicht so leicht“.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, sagte im Frankfurter Dom, Flucht, Vertreibung, Krieg, Terror und auch die Klimakrise hätten das Jahr 2023 geprägt. „Die ungezählten Menschen, die leben wollten wie wir, aber sinnlos aus dem Leben gerissen wurden, legen eine Wolke von Trauer, tiefer Enttäuschung und Fragwürdigkeit auf das Ende dieses Jahres“, so der Limburger Bischof. Dennoch könne die Botschaft des Evangeliums, nach der Gott zu seinen Verheißungen und zum Menschen stehe, Mut und Zuversicht geben.

Mut zur Veränderung braucht nach den Worten des Bischofs auch die Kirche. Hundertausende hätten ihr in den vergangenen Jahren den Rücken gekehrt. „Es tut mir leid um jede und jeden Einzelnen“, sagte Bätzing mit Blick auf die im November veröffentlichte Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung. Danach gehören nur noch 48 Prozent der Bevölkerung einer der beiden großen Kirchen an.

Für die Lebensführung hätten religiöse Überzeugungen so gut wie keine Bedeutung mehr, räumte Bätzing ein. Es gelinge schon lange nicht mehr, den Glauben und die Verbundenheit zur Kirche von Generation zu Generation weiterzugeben. Der Limburger Bischof warnte zugleich vor Resignation. Die Untersuchung zeige auch Chancen auf. Außerdem zeige die Studie, dass sich die Kirche verändern müsse, wenn sie eine Zukunft haben wolle. Dazu gehörten ein positiver Umgang mit Homosexualität, mehr echte Mitbestimmung von Laien, die freie Wahl von Ehe oder Ehelosigkeit für die Priester und eine stärkere ökumenische Zusammenarbeit.

„Dem Neuen trauen“

In der Begegnung von Jung und Alt, im Miteinander von Altem, Bewährtem sowie Jungem und Neuem stecke „viel Segen“, unterstrich der Paderborner Diözesanadministrator Monsignore Dr. Michael Bredeck am Silvesterabend im Hohen Dom zu Paderborn in der Jahresabschlussmesse. Der aktuelle Leiter des Erzbistums betonte, dass in dieser Begegnung und diesem Miteinander der gemeinsame Bezugspunkt Jesus Christus sei. „Das wünsche ich mir für die Kirche im Jahr 2024. Dass wir nicht einfach krank daran werden, dass das Alte nicht mehr funktioniert, und dass wir zugleich das Beste vom Alten mitnehmen in eine neue Zeit. Und vor allem: Dass wir dem Neuen trauen. Und dass sich die Alten von den Jungen inspirieren lassen und umgekehrt.“

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