Weihnachtliches aus Treibholz – Holz Deko-­Artikel von Gabi Müller

Eine Lebenskrise brachte Gabi Müller aus dem Attendorner Ortsteil Biekhofen dazu, aus in der Natur gefundenem Holz Deko-­Artikel zu basteln.

Gabi Müller aus Biekhofen bastelt aus aufgesammeltem Treibholz Deko, die sie auf Weihnachtsmärkten anbietet. (Fotos: Lüttecke)
Gabi Müller aus Biekhofen bastelt aus aufgesammeltem Treibholz Deko, die sie auf Weihnachtsmärkten anbietet. (Fotos: Lüttecke)
veröffentlicht am 21.12.2023
Lesezeit: ungefähr 4 Minuten

Eine Lebenskrise brachte Gabi Müller aus dem Attendorner Ortsteil Biekhofen dazu, aus in der Natur gefundenem Holz Deko-­Artikel zu basteln. Heute bietet sie ihre ­Kreationen auf Advents- und Weihnachtsmärkten an – und stößt auf großes Interesse.

Attendorn. „Die Natur gibt so viel, man muss es nur aufheben“, sagt Hobby-­Künstlerin Gabi Müller. Beim Weihnachtsmarkt auf dem Alten Markt in Attendorn hat sie zuletzt ihre selbst gemachte Deko aus Treibholz angeboten. Windlichter, Treibholzlampen, Advents- und Weihnachtsdeko, Bilderrahmen und anderes finden sich an ihrem Stand. Mit dabei ist Freundin Birgit Bock aus Ennest, die ebenfalls ein Händchen für die Erstellung schöner Deko-­Artikel entwickelt hat. Sie verwendet für ihre Kollektion als Grundmaterial Schiefersteine und Flusskiesel, malt diese mit Acrylfarben bunt an, und damit sie wetterfest sind, wird eine Glasur aufgetragen. 

Gabi Müller berichtet offen, wie sie zu ihrem Steckenpferd gekommen ist – nämlich in einer Zeit, als es ihr nicht gut ging. Im Jahr 2015 erlitt sie einen schweren Burn-­out und unterzog sich einer Behandlung. Lange Spaziergänge im Wald taten der heute 60-­Jährigen gut. Dabei hatte sie sich angewöhnt, dass sie beim Wandern immer etwas in der Hand hatte. Und das war ein Stückchen Holz, welches sie dann mit nach Hause nahm. Dann entstand der erste „Gehversuch“. Das mitgebrachte Holz klebte Gabi Müller um ein Glas. Das gefiel ihr auch recht gut. Aber das heimische Holz ist zum Verarbeiten zu nass, stellte sie fest.

Gabi Müller: „Jetzt hatte mich der Virus gepackt, ich produzierte, bis der Arzt kommt“

Dann kam der Zeitpunkt, dass sie zu einer Bekannten ins Emsland fuhr. Von dort aus wurde ein Tagesausflug nach Norddeich unternommen. Hier fand Gabi Müller dann bergeweise von der Nordsee angeschwemmtes Holz. Aus dem ausgewaschenen, bleichen Holz bastelte sie erstmals ein Windlicht. „So ist die ganze Geschichte entstanden. Das erste Windlicht steht immer noch bei mir auf dem Tisch“, sagt sie. Ihre Deko-­Schmuckstücke verschenkte sie an Freunde und Nachbarn. Den Beschenkten gefielen diese sehr gut und sie animierten sie, ihre Deko-­Artikel doch zu verkaufen. So meldete sie sich 2016 beim Weihnachtsmarkt im heimischen Biekhofen an, einem Ortsteil von Attendorn. Der ganz eigene Charme ihrer Deko fand großes Interesse. „Jetzt hatte mich der Virus gepackt, ich produzierte, bis der Arzt kommt“, lacht sie. Aus den kleinen Holzstückchen mit der rindenlosen Oberfläche fertigte sie der Jahreszeit entsprechende Motive. Neben naturfarbener Deko bietet sie auch weiße an. Dazu wird das Schwemmholz in dünne, weiße Wandfarbe getaucht. „Weiß passt immer“, findet sie.

Das Sauerland wurde ihr zu eng

2018 unternahm Gabi Müller einen einschneidenden Schritt. „Das Sauerland wurde mir zu eng, eine Veränderung wird mir gut tun“, dachte sie und zog in den Norden, nach Dorum im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven. Noch im gleichen Jahr bestückte sie mit ihrer Deko den dortigen Weihnachtsmarkt. Durch Aussteller-­Kollegen bekam sie weitere Kontakte, sodass sie fortan auf zahlreichen Festen und Märkten mit ihren Unikaten präsent war. „Als Corona kam, war ich froh, dass ich da oben war“, sagt sie rückblickend.

Doch dann kam das Heimweh, mit dem Gabi Müller nicht gerechnet hatte. Nach fünf Jahren in der Fremde zog es sie wieder nach Biekhofen. „Die Zeit da oben hat mir sehr gutgetan und ich habe viele nette Leute kennengelernt.“ Seit Ende Juli ist die Hobby-­Handwerkerin wieder im Attendorner Vorort sesshaft und so haben auch die Sauerländer wieder die Möglichkeit, ihre Deko-­Schmuckstücke zu begutachten und bei Gefallen zu erwerben. Bereits auf dem Martini-­Markt war sie präsent und beim Weihnachtsmarkt bietet sie an allen Tagen große und kleine Windlichter, Treibholzlampen, Advents- und ­Weihnachtsdeko, Bilderrahmen und anderes an. Im Winter arbeitet sie sehr viel mit ­Lichterketten, die sie im Treibholz integriert. Ihr Markenzeichen ist übrigens ein kleines Herz.

Meinolf Lüttecke

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